Es ist alles ganz schön edel hier", sagt CDU-Generalsekretär Volker Liepelt. Von hier aus, von der "Checkpoint Suite" im Bürohaus mit viel Marmor, Glas und modernen Farben an der Friedrichstraße 200 nahe des ehemaligen Grenzübergangs Checkpoint Charlie will die Berliner CDU in das Wahlkampfjahr 1999 mit Europawahl im Juni und Abgeordnetenhauswahl im Oktober 1999 starten. Und weil in diesen Tagen alles, vor allem der Wahlkampf inszeniert werden muß, hat Liepelt am Mittwoch, wenige Tage nach dem Einzug der ersten Mitarbeiter, zur feierlichen Eröffnung geladen. An der Wand klebt das Schild "Checkpoint ebi" mit Fahne und Berliner Bär. "Ebi" so wird der CDU-Landeschef, Spitzenkandidat und Regierende Bürgermeister Eberhard Diepgen gerne von seinen Freunden genannt. An der anderen Wand hängt ein Ebi-Poster aus dem Wahlkampf 1995. Das zeigt Diepgen, damals noch fülliger, im Gespräch mit Berlinern. Symbol für bürgernah, bekannt, vertraut. Heute, am Tag der Eröffnung, ist Diepgen nicht da. "Er weiß von dem Ort, hat ihn aber nicht mit ausgesucht und auch noch nicht gesehen", sagt Liepelt. "Diepgen überraschen wir nach seiner Rückkehr." Zur Zeit tourt der Regierungschef durch die USA, da muß der Generalsekretär die Aufmerksamkeit allein auf sich ziehen. Und weil ein guter Gag nicht einfach ein guter Gag sein kann, steht "ebi" dann doch nicht für den abwesenden Chef. "Das bedeutet entscheidende Berlin-Initiative", sagt Liepelt. Keiner lacht. Seinen Helfern ist zu spät eingefallen, daß zu einer Inszenierung auch das feierliche Enthüllen des Schildes gehört. Als alle Fotografen und Journalisten schon da sind, holt Parteisprecher Matthias Wambach ein Tuch. Das Schild aber läßt sich nicht verhüllen, denn es ist an der Wand angeklebt. CDU-Mann Christian Senft heftet das weiße Tuch mit Reißzwecken an. Es nutzt nichts, das Schild fällt wenig später ab. Liepelt macht gute Miene zur mißglückten Premiere: "Ich bin überzeugt, daß es uns in den nächsten Tagen gelingt, das Schild an der Wand zu verankern." Pause. "Damit es so stabil ist wie alles, was aus dem Büro rauskommt."Mit zehn Mitarbeitern will die Berliner CDU vom symbolträchtigen Ort "in der Mitte des neuen Berlins" (Liepelt) in den Wahlkampf starten. Auch das Telefon ist schon geschaltet. Liepelt ist zufrieden, denn die Ziffern sind leicht zu merken: "22 33 1999". 1999, das Wahlkampfjahr. 200 Quadratmeter Platz haben die Christdemokraten bislang angemietet mit Erweiterungsmöglichkeit, denn noch ist im großen Haus viel Platz. Über die Mietkosten schweigt man sich aus. Zu "ortsüblichen Konditionen", sagt Liepelt. Bis Ende Oktober kann die CDU dort residieren. "Wir brauchen die Räume ja noch für die Siegesfeier", sagt Landesgeschäftsführer Wambach. Optimismus ist sein Markenzeichen.
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