In den Worten von Frieder Seidel klingt Wehmut mit, wenn er sagt, er fände es traurig, wenn seine beliebte christliche Buchhandlung „Conception Seidel“ auf dem Plauener Altmarkt schließen müsse. „Aber ich bin jetzt 70 Jahre alt und muss ein bisschen aufräumen. Die letzten Jahre habe ich mit dem Laden in Plauen Verluste gemacht. Deshalb musste ich die Entscheidung so treffen. Im Februar habe ich das auch den Mitarbeiterinnen gesagt“, meint Seidel am Telefon.
Der Mann betreibt im heimischen Hammerbrücke im Oberen Vogtland die Zentrale seines Familienunternehmens - mit Buchverlag für Regionalliteratur und einem Großhandel - und unterhält zudem im nahen Falkenstein ein Ladengeschäft, das aber ebenso wie die Firmenzentrale erhalten bleiben soll. „Das ist im eigenen Haus und wir sparen einen vierstelligen Betrag allein an Miete“, so der Geschäftsmann. In Plauen hingegen ist er Mieter und hat die christliche Buchhandlung auch irgendwie aus missionarischen Gründen weitergeführt, sinniert der Familienunternehmer.
Er sei schon traurig, dass die Kolleginnen sein Angebot nicht genutzt hätten, sich mit ihm betriebswirtschaftlich zu beraten. Er hätte gern auch mit ihnen einen Weg gefunden, die nun im Ausverkauf befindlichen Waren zu übergeben und die Ladeneinrichtung natürlich ebenfalls, sagt Seidel. Erst im Juli sei dann aber bei den Kolleginnen der Entschluss gereift, doch eine Möglichkeit des Weiterbetriebs zu suchen.
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Verein als Trägerstruktur: So könnte die Lösung aussehen
Dazu soll nun am Freitag, 4. September, um 17 Uhr im Geschäft ein Treffen interessierter Personen stattfinden. Die Idee, dass man den Betrieb über einen zu gründenden Verein absichern könnte, klingt nicht völlig absurd. Denn im benachbarten Oelsnitz gibt es bereits ebenfalls eine Buchhandlung, die von einem Verein getragen wird. Allerdings ist unklar, ob die Struktur für Plauen die richtige ist. Darüber soll am Freitag beraten werden.
Im Geschäft am Plauener Altmarkt werden seit vielen Jahren nicht nur christliche und zeitgenössische Bücher und Devotionalien, sondern auch Schreib- und Schulwaren, Geschenkartikel, Kalender, Karten sowie regionale Vogtland-Produkte verkauft. Spezifisch wurde zuletzt auch das Schulranzensortiment besonders in den Blick genommen, weil sich immer mehr Anbieter aus diesem Segment in Plauen zurückgezogen hätten.
„Mir wäre daran gelegen, dass es hier auch weiterhin die Produkte aus unserem Eigenverlag gibt. Das ist auch für die Betreiber des Ladens lukrativer, als Bücher anderer Verlage zu verkaufen“, hofft Frieder Seidel, dass es eine gute Lösung für das Geschäft gibt. In Sachen Vereinsträgerschaft ist er optimistisch. Ein ähnliches Projekt habe er bereits vor Jahren im obervogtländischen Klingenthal mit an den Start gebracht. „Das läuft echt seit Jahren super“, freut sich der 70-Jährige.
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