CLAUDIA FUCHS ärgert sich über die unentschlossene Haltung der Flughafengesellschaft.

Schwach anfangen, stark nachlassen

Claudia Fuchs
2 Min

Seit Anfang Juli gibt es in Berlin zwei Gruppen von Taxifahrern: Die eine, kleinere Gruppe, hat die neuen Gebühren am Flughafen Tegel akzeptiert, die andere, weitaus größere, verweigert sich ihnen. Das allein wäre kein Problem, wenn nicht beide Gruppen nach wie vor in Tegel arbeiten könnten: Wer bei jenen einsteigt, die die neuen Gebühren akzeptieren, zahlt seit 1. Juli 50 Cent Flughafen-Zuschlag pro Fahrt; wer bei einem Verweigerer einsteigt, kommt billiger davon.Man kann die neue Gebührenordnung sinnvoll finden oder überflüssig - beide Seiten haben akzeptable Argumente für ihre Position. Aber das, was sich zurzeit am Flughafen abspielt, wirkt allmählich lächerlich. Taxifahrer, die die neue Ordnung nicht wollen, blockieren die Zufahrten; andere umfahren einfach den Warteplatz der Fahrzeuge und stellen sich frech ganz vorne an. Verweigerer beschimpfen Angepasste. Einige sollen inzwischen so eingeschüchtert sein, dass sie ihre Meinung sogar lieber ganz für sich behalten.Dass verschiedene Positionen auf diese Weise ausgefochten werden, ist Schuld der Flughafengesellschaft. Seit zehn Tagen schaut man dort mehr oder weniger tatenlos zu, wie die eigene Gebührenordnung auf eigenem Territorium unterlaufen wird. Man duldet Verstöße und gibt damit all jene der Lächerlichkeit preis, die sich den neuen Gebühren gefügt haben.Als sich im Juni der Protest der Taxifahrer gegen den Tegel-Zuschlag formierte, hätte die Flughafengesellschaft ihren Beschluss kassieren können. Wollte sie aber nicht. Jetzt bleibt ihr nichts anderes übrig, als uneingeschränkte Härte zu demonstrieren. Sonst macht auch sie sich lächerlich. Seite 19

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