Literatur

Cool und kühn: Was Nobelpreisträgerin Anne Carson so besonders macht

Wer Lyrik schreibt, verehrt sie. Wer Lyrik liest, kennt sie als Fixstern. Anne Carson selbst speist ihre Dichtung und Gedanken aus der Antike.

Cornelia Geißler
Cornelia Geißler
5 Min
Das war dieses Jahr zu Pfingsten: Anne Carson beim Poesiefestival Berlin 2026, ausgerichtet vom Haus für Poesie.

Das war dieses Jahr zu Pfingsten: Anne Carson beim Poesiefestival Berlin 2026, ausgerichtet vom Haus für Poesie.

© Natalia Reich/Haus für Poesie/dpa

Mit dieser Literaturnobelpreisträgerin wurde schon gerechnet. Die kanadische Dichterin Anne Carson stand neben der chinesischen Schriftstellerin Can Xue auf den Listen der Wettbüros.

Man hat sich allerdings daran gewöhnt, dass die meistgenannten Autoren gerade nicht die höchstdotierte weltweit ausstrahlende, lebensverändernde Auszeichnung bekommen. Insofern ist die diesjährige Stockholmer Entscheidung eine Überraschung.

Anne Carsons Schreiben ist für so viele Schreibende maßgeblich für die Erweiterung von Sprachräumen, Ausdrucksmöglichkeiten und für das Verständnis antiker Texte. Geboren 1950 in Toronto, lernte sie Latein und Altgriechisch, um dann selbst an Universitäten in Kanada, den USA und Großbritannien antikes Griechisch zu lehren.

Und so zählt sie heute im englischsprachigen Raum nicht nur zu den bedeutendsten Dichterinnen der Gegenwart, sondern zugleich als hervorragende Essayistin und Übersetzerin. Cool ist sie auch noch, gern wird ihre Bemerkung zitiert: „Ich lese keine Bücher, die dieses Jahr erschienen sind. Die meisten Bücher, die ich lese, sind 2500 Jahre alt.“ Oder: „Wenn Prosa ein Haus ist, dann ist Lyrik ein brennender Mann, der ziemlich schnell hindurchrennt.“

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