Steigende Infektionszahlen

Corona: Ärztechef warnt vor größeren Klinik-Belastungen

Das Klinikpersonal sei nach eineinhalb Jahren Pandemie an der Belastungsgrenze, sagt Ärztepräsident Klaus Reinhardt. Daran sollten vor allem Ungeimpfte denken.

Team News Mike Wilms dpa/mow
2 Min
Klaus Reinhardt ist Präsident der Bundesärztekammer und Facharzt für Allgemeinmedizin (Archivbild).

Klaus Reinhardt ist Präsident der Bundesärztekammer und Facharzt für Allgemeinmedizin (Archivbild).

© dpa/Gregor Fischer

Reinhardt betonte: „Die dritte Corona-Impfung kann gerade bei älteren und vorerkrankten Menschen das Infektionsrisiko erheblich reduzieren.“ Die Ständige Impfkommission (Stiko) habe deshalb klare Impf-Empfehlungen für Menschen ab 70 Jahre, Vorerkrankte und Menschen aus bestimmten Berufen ausgesprochen. Er rate Bürgerinnen und Bürgern aus diesen Gruppen dringend, Angebote für Drittimpfungen wahrzunehmen. Solche Impf-Verstärkungen („Booster“) sind mindestens sechs Monate nach einer vollständigen Impfung möglich.

Vorwurf: Politik hat radikalen Impfgegnern das Feld überlassen

„Neben Impfungen in den Praxen brauchen wir möglichst viele niedrigschwellige Impfangebote am Arbeitsplatz, in Pflegeheimen und in Seniorenbetreuungseinrichtungen“, sagte der Ärztepräsident. „Und wir müssen stärker aufklären. Die Politik hat radikalen Impfgegnern in den sozialen Netzwerken viel zu lange das Feld überlassen. Das war ein echtes Versäumnis.“ Jetzt sei die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung gefragt, in Fernsehspots und im Internet über Auffrischimpfungen zu informieren und vielen falschen Behauptungen seriöse Informationen entgegenzusetzen.

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