Die BSW-Fraktion hat im Sächsischen Landtag eine Auswertung von mehr als 180 anonym ausgefüllten Fragebögen vorgelegt, die sich mit den Corona-Maßnahmen und deren Folgen befassen. Das teilt das BSW mit. Die Umfrage, die auf der Internetseite der BSW-Landtagsfraktion abrufbar ist, ist Teil der Aufarbeitung, die ein Untersuchungsausschuss im Landtag seit Herbst 2024 leisten soll. Der Ausschuss soll klären, ob die Maßnahmen der Bundesregierung rechtmäßig und verhältnismäßig waren.
Der – anonym ausgefüllten und nicht repräsentativen – Umfrage zufolge klagen die Teilnehmer besonders häufig über psychische Belastungen durch Isolation und sozialen Druck, wirtschaftliche Einbußen infolge von Lockdowns und Zugangsbeschränkungen. Ein weiterer Punkt sei die unzureichende Versorgung bei Long Covid und vermuteten Impfschäden. Eine deutliche Mehrheit der Befragten würde die Pandemie-Maßnahmen überdies als nicht angemessen ablehnen.
Gefragt wurde unter anderem nach beruflichen Nachteilen im Zuge der Pandemie, psychischen Erkrankungen wegen des Lockdowns und negativen Effekten der Schulschließungen auf Kinder.
Auf Anfrage der OAZ sagte der BSW-Landtagsabgeordnete Jens Hentschel-Thöricht, viele Bürger fühlten sich bis heute gesundheitlich, psychisch und gesellschaftlich belastet. Zu der Umfrage sagte er: „Etliche Menschen haben eine Meinung, trauen sich aber nicht, diese zu äußern."
Jens Hentschel-Thöricht sitzt für das BSW im Corona-Untersuchungsauschuss: Er fordert, das Pandemiegeschehen gründlich aufzuarbeiten.
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Gleichzeitig sieht der Abgeordnete einen Zusammenhang zwischen den Entbehrungen der Corona-Zeit und psychischen Störungen bei Kindern und Jugendlichen. „Wenn uns Pädagogen bestätigen, dass Kinder während der Pandemie Sozialverhalten verlernt haben, ist dies besorgniserregend. Das wird insbesondere am heutigen Medienverhalten deutlich“, führt Hentschel-Thöricht aus. Es gelte, die „erheblichen Defizite im staatlichen Krisenmanagement, in der politischen Kommunikation sowie bei der sozialen und medizinischen Absicherung“ aufzuarbeiten.
Der Untersuchungsausschuss soll bis zum Ende der Legislaturperiode 2029 regelmäßig zusammenkommen. Bis dahin soll auch ein Abschlussbericht veröffentlicht werden.
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