Die meisten Betrüger, die mit Corona-Hilfen an viel Geld gekommen sind, stammen aus Berlin. Dies geht aus Umfrage des Rundfunks Berlin-Brandenburg (RBB) bei allen Landeskriminalämtern Deutschlands hervor. Der durch Betrug mit Corona-Hilfen entstandene Schaden beträgt demnach allein in Berlin über 211 Millionen Euro bei 13229 Fällen. In Sachen Verfahren und entstandenem Schaden ist Berlin Spitzenreiter.
Auf Platz zwei folgt Nordrhein-Westfalen mit einem Gesamtschaden von knapp 80 Millionen Euro – und knapp 5400 Verfahren. Brandenburg liegt mit 530 Verfahren und einem entstandenen Schaden von fünf Millionen Euro deutlich hinter der Hauptstadt.
Auch viel Betrug mit Corona-Tests in Berlin
Schlusslicht in Sachen Verfahren ist Thüringen – mit nur 33 gemeldeten Vorgängen. Das Saarland machte zu beiden Punkten keine Angaben. Aus Hamburg, Hessen und Bayern gab es zwar Angaben zu den Verfahren, jedoch keine zu dem entstandenen Schaden. Die Landeskriminalämter waren laut dem Bericht nicht in der Lage, konkrete Angaben zu machen, da es keine spezielle Auswertung zu Betrugshandlungen mit Corona-Bezug gibt.
Prozess: Corona-Betrüger sollen sich in Berlin zwölf Millionen Euro erschlichen haben
Betrug ohne Ende: Wie viel Corona-Hilfe wurde in Berlin zu Unrecht ausgezahlt?
Dem Berliner LKA fielen die massenhaften Betrugsversuche offenbar schon früh auf. „Wir haben dann zu der Senatsverwaltung und der IBB Kontakt aufgenommen, um hier Abhilfe zu schaffen. Das hat allerdings nicht in dem Maße funktioniert, wie wir uns das gewünscht haben“, so Abteilungsleiter Jochen Sindberg gegenüber dem RBB.
Auch beim Betrug mit Corona-Test-Abrechnungen ist Berlin Spitzenreiter. Das LKA nannte 512 Verfahren mit einem entstandenen Schaden von 32 Millionen Euro.
Im August musste sich bereits ein Berliner Geschäftsmann vor Gericht verantworten. Er soll bei der Registrierung der Testzentren auch andere Namen zum Verschleiern seiner eigenen Verantwortlichkeit verwendet haben. Insgesamt soll er durch seine Taten einen Betrag von 2,5 Millionen Euro erlangt haben.
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