Leider erfreut sich die AfD vieler punktuell Verbündeter. Auch in den bürgerlich-liberalen, links oder bachblütenmäßig ausgerichteten Lagern reden nicht wenige die Covid-19-Gefahr klein. Oft sind es einfach auch Protztypen, die in der Einbildung leben „Mir-kann-keiner“. Die bunt gemischten Corona-Verharmloser inszenieren sich als Verteidiger des Grundrechts auf persönliche Freiheit gegen einen angeblich „autoritären Staat“. Zudem wärmen sie das Publikum mit der Aussicht auf baldige „Rückkehr zur Normalität“ und tun so, als gelänge das mit den Methoden der „Lockerung“. Dabei beweisen die Erfahrungen im Saarland, in Thüringen, Sachsen-Anhalt und Sachsen mitsamt ihren jeweils recht gemischten Regierungen das Gegenteil. Im Bundestag ziehen Dietmar Bartsch (Linke), Alice Weidel (AfD) und Christian Lindner (FDP) gelegentlich an einem Strang. Im März genierten sie sich nicht, gemeinsam diese Forderung zu erheben: „Bundeskanzlerin Merkel sollte im Deutschen Bundestag die Vertrauensfrage stellen.“ In Parallelaktion lanciert der ähnlich gepolte Teil der Medienwelt den an Hitler gemahnenden Alarmruf von „einer Merkel’schen Notverordnungsgesetzgebung“.
Kolumne von Götz Aly
Corona und der neue Darwinismus
Unser Autor hält die Bagatellisierer à la Christian Lindner für selbstsüchtig und verneigt sich vor Karl Lauterbach.
Götz Aly
3 Min
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Karl Lauterbach (SPD)
© imago/photothek
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