An der Medizinischen Universität Lausitz – Carl Thiem in Cottbus können Kinder künftig ihre Kuscheltiere und Puppen in ein Mini-MRT schieben. Die Klinik will damit jungen Patienten die Angst vor der Untersuchungsröhre nehmen und die Zahl der Narkosen verringern.
Das Gerät mit dem Namen „MiniTOM Kids“ des Herstellers Siemens Healthineers wurde am Dienstag in Betrieb genommen. Es ist einem echten Magnetresonanztomografen nachempfunden, etwa einen Meter groß und mit einer Liege vor einer kreisrunden Öffnung ausgestattet. Kinder können darauf ein Kuscheltier platzieren, das anschließend in einen Tunnel fährt – begleitet von den typischen Geräuschen eines MRT. Über ein Tablet lässt sich eine Untersuchung simulieren und auswerten.
Eine MRT-Untersuchung sei schon für Erwachsene eine Belastung, sagte Simone Stolz, Chefärztin der Kinder- und Jugendmedizin, dem rbb. Die Röhre sei eng, dunkel und laut, und die Patienten müssten lange stillhalten. Bei Kindern bis etwa zum sechsten oder siebten Lebensjahr sei deshalb bislang oft eine Narkose nötig gewesen. Stolz erwartet, dass durch die spielerische Vorbereitung künftig weniger Narkosen eingesetzt werden müssen.
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Bislang häufig Narkosen nötig
Nach Angaben der Klinik werden täglich zwei Kinder im MRT untersucht. Fast jede fünfte Untersuchung müsse abgebrochen werden, weil die Angst zu groß sei oder das Stillhalten nicht gelinge. Bewegungen führten zu unscharfen Bildern, erläuterte Gero Wieners, Chefarzt der Radiologie. Im ungünstigsten Fall müsse die Untersuchung wiederholt werden.
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Das 15.000 Euro teure Mini-MRT wurde durch Spenden des Vereins „Cancel Cancer“ finanziert, der sich seit fünf Jahren für mehr Sichtbarkeit beim Thema Kinderkrebs einsetzt. Der Vereinsvorsitzende Timo Wenzel sagte dem rbb, nach der Unterstützung von Forschung und Akutphase sei als Nächstes eine Sport- und Ernährungsplattform für die Nachsorge geplant.
Das Gerät soll laut Stolz allen Kindern zugutekommen, die ins MRT müssen. Der Besuch im eigens eingerichteten Raum zwischen den Kinderstationen werde ab sofort fester Bestandteil des Behandlungsablaufs.
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