Nach dem verheerenden Brand in der Bar „Le Constellation“ in der Silvesternacht hat der Betreiber Jacques Moretti nach Angaben des öffentlich-rechtlichen Senders RTS gegenüber den Ermittlungsbehörden eingeräumt, dass eine Notausgangstür im Untergeschoss von innen verschlossen war. Zudem habe er selbst die Deckenverkleidung aus Schaumstoff ausgetauscht, die später in Brand geriet.
Wie RTS unter Berufung auf übereinstimmende Ermittlungsinformationen berichtet, erklärte Moretti, er sei in der Nacht des Unglücks zu der Bar im Schweizer Ski-Ort Crans-Montana geeilt und habe dort festgestellt, dass die betreffende Fluchttür blockiert gewesen sei. Daraufhin habe er die Tür von außen geöffnet und mehrere leblose Körper direkt dahinter vorgefunden.
Laut dem Bericht gab Moretti an, nicht zu wissen, weshalb der Notausgang verschlossen gewesen sei. Diese Frage sei nun Gegenstand der Ermittlungen, die von vier Staatsanwältinnen geführt werden. Die Rolle der blockierten Tür gilt als zentrales Element der Ermittlungen, da mehrere Gäste vergeblich versucht haben sollen, über diesen Ausgang zu fliehen.
Deutlich höhere Strafen drohen
Derzeit werden Jacques Moretti und eine weitere beschuldigte Person wegen fahrlässiger Tötung, fahrlässiger Brandstiftung und fahrlässiger Körperverletzung verfolgt. Sollte die Staatsanwaltschaft jedoch zu dem Schluss kommen, dass den Beschuldigten das Risiko eines verschlossenen Notausgangs bewusst war und sie dieses in Kauf nahmen, könnte der Tatvorwurf verschärft werden. In diesem Fall käme eine Einstufung als „Tötung mit Eventualvorsatz“ in Betracht, die mit einer deutlich höheren Strafandrohung verbunden wäre.
Darüber hinaus erklärte Moretti laut RTS, er habe die frühere Akustikschaumstoffverkleidung selbst entfernt und durch neues Material ersetzt, das in einem Baumarkt erworben worden sei. Bereits zuvor war bekannt geworden, dass Mitarbeiter des Clubs auf die Brandgefahr dieser Deckenverkleidung hingewiesen hatten. Die Ermittlungen dauern an.
Bei dem Feuer in der Silvesternacht waren 40 Menschen ums Leben gekommen, darunter zahlreiche Jugendliche und junge Erwachsene, 116 weitere wurden verletzt, viele davon schwer. Das jüngste Todesopfer war 14 Jahre alt. Ersten Ermittlungen zufolge war ein Funkenflug von Partyfontänen an Champagnerflaschen auf brennbare Deckenverkleidung übergesprungen und hatte den Brand ausgelöst.
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