Nach Feuerkatastrophe

Crans-Montana: Schweizer Justiz leitet nach Silvester-Inferno Ermittlungen gegen Betreiber der Bar ein

Wer trägt die Verantwortung für die Silvester-Tragödie in Crans-Montana? Nach ersten Ermittlungen der Schweizer Justiz stehen nun die Betreiber der Bar im Fokus – die Suche nach Antworten geht weiter.

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Nach der Brandkatastrophe im Schweizer Skiort Crans-Montana hat die Justiz Ermittlungen gegen die französischen Betreiber der Bar „Le Constellation“ aufgenommen, in der das Feuer in der Silvesternacht ausgebrochen war. Die ersten Ermittlungsergebnisse hätten „zur Einleitung eines Strafverfahrens gegen die beiden Betreiber des Lokals geführt“, teilten die Polizei und die Staatsanwaltschaft des Kanton Wallis am Samstag mit.

Das Feuer war in der Nacht zum Donnerstag in der Bar ausgebrochen, als zahlreiche junge Menschen dort ausgelassen feierten. 40 Menschen kamen ums Leben, 119 weitere wurden verletzt. Viele erlitten schwerste Brandverletzungen, die in Spezialkliniken behandelt werden müssen.

Betreiber sollen Fotos der Bar in sozialen Medien gelöscht haben

Das Betreiber-Ehepaar der Bar geriet laut Medienberichten bereits am Samstag in den Fokus. Die Betreiber der „Le Constellation“ löschten offenbar in Anschluss an die Katastrophe zahlreiche Bilder von den Instagram- und Facebookseiten der Einrichtung. Wie die Schweizer Finanznachrichtenseite Inside Paradeplatz berichtet, verschwanden unter anderem Fotos, die die Decke der Bar zeigten.

Augenzeugen und Videoaufnahmen zufolge war diese Decke mit einer Schallisolierung verkleidet, die während des Feuers in Brand geriet und brennend herabtropfte. Inside Paradeplatz zweifelt in einem weiteren Artikel an, dass die mutmaßlich günstige Kunststoffverkleidung für das Lokal zugelassen war. Französischen Medienberichten zufolge wurde auch die Besitzerin selbst in der Silvesternacht bei dem Feuer verletzt.

Erste Todesopfer erst Tage später identifiziert

Am Samstag wurden die ersten vier Todesopfer identifiziert und ihren Angehörigen übergeben. Die Arbeiten zur Identifizierung der übrigen Todesopfer und Verletzten dauern an. Bis Freitag konnten nach Polizeiangaben 113 Verletzte identifiziert werden, darunter neben 71 Schweizern unter anderem 14 Franzosen und elf Italiener. Hinweise auf deutsche Opfer gab es weiterhin nicht.

Nach Angaben der Behörden wurde die Brandkatastrophe durch leichtsinniges Hantieren mit Sprühfontänen auf Flaschen ausgelöst. Laut Zeugenaussagen und der Auswertung von Videos deute „alles darauf hin, dass das Feuer ausgegangen ist von Tischfeuerwerken, von Sprühfontänen, die auf Champagnerflaschen aufgesetzt wurden und zu nah an die Decke gekommen sind“, sagte am Freitag die Generalstaatsanwältin des Kantons Wallis, Béatrice Pilloud.

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