Von wegen, Robert Habeck kann nur Küchentisch-Wahlkampf: In München wurde der Spitzenkandidat der Grünen jüngst mit einer großen Projektion auf eines der Wahrzeichen der Stadt geworfen. Auf dem Siegestor war sein Konterfei zu sehen, darunter stand selbstbewusst „Bündniskanzler“. Eine Aktion, die bei der CSU auf wenig Gegenliebe stieß.
Auf X schrieb Generalsekretär Martin Huber: „Völliger Größenwahn bei Robert Habeck und den Grünen: illegal ein Kulturdenkmal für selbstverliebte politische Botschaften nutzen ist eine neue Dimension grüner Arroganz. Das ist ein Skandal! Das zeigt: die Grünen sind Aktivisten, aber nicht regierungsfähig.“
Polizei lässt Werbung abschalten
Da die Aktion nicht genehmigt war, ließ die Polizei die Projektion wieder abschalten, denn in der Münchner Plakatierungsverordnung heißt es: „Darstellungen durch Bildwerfer in der Öffentlichkeit nur nach vorheriger Genehmigung durch die Landeshauptstadt München vorgeführt werden.“ Dem BR wiederum teilte eine Sprecherin der Projektionsfirma mit, im Auftrag der Grünen gehandelt zu haben.
Lars Boettger, Mitglied des Landesvorstandes der Grünen, bezeichnete die Aktion im Anschluss auf Instagram als gelungenes „Guerilla-Marketing“. Von einem Sprecher des Bundesvorstandes hieß es gegenüber dem BR weiter: „Das Motiv wird über mehrere Tage in unterschiedlichen Städten in ganz Deutschland an zentralen öffentlichen Plätzen zu sehen sein.“ In schwierigen Zeiten müsse man in der Lage sein, Bündnisse einzugehen. „Wir müssen zu Bündnissen zusammen wachsen. Als Bündniskanzler steht Robert Habeck genau dafür.“
Und der Kreisverband der Grünen in München gab an, in die Aktion „nicht involviert“ gewesen zu sein.
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Habeck wirft CSU „Maulheldentum“ vor
Robert Habeck kritisierte am Dienstag seinerseits im ZDF die CSU für ihre Schlüsse aus den gescheiterten Koalitionsverhandlungen in Österreich. „Das Rezept gegen rechts ist sicherlich nicht, dass man den Rechten hinterherbellt und hinterherläuft, und das sehe ich schon vor allem bei der CSU.“
Markus Söder mache gedanklich einen schweren Fehler, wenn er glaube, das Land würde besser regierbar sein, indem man die Positionen der Rechten übernimmt. „Das Maulheldentum, das wir aus Bayern hören, von der CSU hören, ist gerade vor dem Hintergrund dessen, dass in Österreich es nicht möglich war, dass eine Koalition gebildet wurde aus Konservativen, also äquivalent Union und Sozialdemokraten, und einer liberalen Partei - die Grünen waren gar nicht dabei - wirklich fast geschichtsvergessen.“
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