BERLIN, 4. August. Berichte über abfällige Äußerungen des CSU-Parteivorsitzenden Edmund Stoiber über seine CDU-Kollegin Angela Merkel und den FDP-Chef Guido Westerwelle sind am Mittwoch von den Generalsekretären von CDU und CSU, Laurenz Meyer und Markus Söder, dementiert worden. Auch der CSU-Vize Horst Seehofer erklärte, die im Münchner Merkur und der Bild-Zeitung kolportierten Äußerungen habe es so nicht gegeben. Den beiden Zeitungen zufolge hatte Stoiber Zweifel angemeldet, ob Merkel und Westerwelle "das richtige Duo" für die nächsten Bundestagswahlen seien. "Die können Schröder und Fischer nicht das Wasser reichen", zitierte der Merkur den CSU-Chef. Nach Informationen der Berliner Zeitung hatte Stoiber sich zwar nicht in diesen Worten, allerdings doch sinngemäß so geäußert. Am Rande eines Treffens mit Sozialpolitikern habe er, berichteten Teilnehmer, die nicht neue und nicht weltbewegende Ansicht geäußert, dass das bürgerliche Lager mit dem möglichen Spitzenkandidaten-Duo Merkel/Westerwelle noch nicht der Weisheit letzten Schluss gefunden habe. Verärgert sei Stoiber insbesondere über die Pläne der CDU zur Reform des Gesundheitssystems. Bei der Besprechung in München hatte nicht nur Seehofer, der als schärfster Kritiker des von Angela Merkel bevorzugten Systemwechsel in der gesetzlichen Krankenversicherung gilt, sondern auch Staatskanzleichef Erwin Huber auf mehrere schwer wiegende Mängel am CDU-Vorschlag für eine einheitliche "Gesundheitsprämie" hingewiesen. Die CDU-Spitze bemühte sich am Mittwoch zunächst darum, den Streit zu entschärfen. Es habe ein klärendes Telefonat gegeben. Einzelne CDU-Politiker äußerten sich allerdings verärgert über die CSU. "Ich wäre froh, wenn das politische Bayern endlich auch in die Ferien ginge", erklärte die Potsdamer CDU-Politikerin Katherina Reiche der Berliner Zeitung, "gerade angesichts der Landtagswahlen in Brandenburg und Sachsen". Ähnlich äußerte sich die FDP-Politikerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger.Kommentar Seite 4, Politik Seite 6
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