Die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden (SKD) stehen erneut im Fokus organisierter Kriminalität: Medienberichten zufolge hatten es Kriminelle auf hochwertige Stücke der Porzellansammlung im Dresdner Zwinger abgesehen – konkret auf eine chinesische Drachenvase und eine seltene Keramikschale. Ausländische Sicherheitsbehörden warnten ihre sächsischen Kollegen demnach bereits im Januar vor dem geplanten Zugriff.
In denselben Zeitraum fällt ein schwerer Cyberangriff auf die digitale Infrastruktur der SKD, der Ende Januar weite Teile des Netzwerks lahmlegte. Betroffen waren unter anderem der Onlineshop und der Besucherservice. Das Sicherheitssystem der Museen selbst sei nach damaligen Angaben nicht kompromittiert worden. Ob die Hackerattacke gezielt als Vorbereitung für einen physischen Diebstahl diente, wird derzeit von den Ermittlern geprüft.
Das Landeskriminalamt Sachsen (LKA) hat eine Sonderkommission eingerichtet, die Ermittlungen werden von der Generalstaatsanwaltschaft Dresden geleitet. Beide Behörden halten sich aus ermittlungstaktischen Gründen mit öffentlichen Aussagen zurück.
Gefährdete Stücke in Sicherheit gebracht, Polizeipräsenz erhöht
Die SKD teilte auf Anfrage mit, dass die Sicherheit der Sammlungen „uneingeschränkte Aufmerksamkeit" genieße und in enger Zusammenarbeit mit einem Sicherheitsunternehmen gewährleistet werde. Details zum Sicherheitskonzept nannte die Einrichtung nicht. Nach Bild-Informationen wurden die als gefährdet eingestuften Objekte bereits aus der Sammlung entfernt und an einem sicheren Ort untergebracht. Zusätzlich habe die Polizei ihre Präsenz im Zwinger verstärkt. Intern haben die SKD einen Krisenstab eingesetzt, der in enger Abstimmung mit den Sicherheitsbehörden alle notwendigen Maßnahmen koordiniert.
Der Fall weckt Erinnerungen an den spektakulären Juwelendiebstahl im Grünen Gewölbe vor mehr als sechs Jahren, der die Kunstwelt erschütterte. Ein Teil der damals gestohlenen Beute fehlt bis heute. Dass die Dresdner Kunstsammlungen erneut ins Visier von Kriminellen geraten, wirft Fragen über die Sicherheitsarchitektur der Museen auf – zumal der aktuelle Fall eine neue Dimension aufweist: die mögliche Verknüpfung eines digitalen Angriffs mit einem geplanten physischen Raub. Ob sich dieser Verdacht erhärtet, dürften die laufenden Ermittlungen zeigen.
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