Die britische Regierung hat einen Cyberangriff auf einen kleinen Stromerzeuger bestätigt, der die Anlage im Juli vier Tage lang lahmgelegt hat. Nach einem am Samstag veröffentlichten Bericht der Zeitung The Telegraph geht der Angriff auf Hacker mit Verbindungen zum Iran zurück. Es soll sich um den ersten erfolgreichen Angriff dieser Art auf eine britische Stromerzeugungsanlage handeln.
Das Energieministerium teilte mit, zu keinem Zeitpunkt habe ein Risiko für das nationale Stromsystem bestanden. Die betroffene Anlage sei sehr klein und im Vergleich zur Netzkapazität kaum ins Gewicht gefallen, hieß es aus Regierungskreisen.
Aus Sicherheitsgründen machten weder die Regierung noch das National Cyber Security Centre (NCSC), die für Angriffe auf kritische Infrastruktur zuständige Behörde, Angaben zum betroffenen Standort.
Regierung warnt Energieunternehmen
Nach dem Vorfall unterrichtete das Ministerium nach eigenen Angaben die Vorstände der Energieversorger und schrieb Unternehmen mit Hinweisen und Empfehlungen an.
Die Regierung überarbeitet derzeit ihre Vorgaben zur Cybersicherheit und arbeitet an einer neuen Strategie zur Widerstandsfähigkeit der Energieversorgung, die noch in diesem Jahr vorgestellt werden soll. Das britische Stromnetz verfügt über zahlreiche kleinere Gasgeneratoren, die kurzfristig einspringen, etwa bei geringer Windleistung.
Parallele zu US-Vorfällen
Der Telegraph verweist auf zeitgleiche Cyberangriffe auf die Wasserinfrastruktur in den USA im Juli, von denen zwölf Bundesstaaten betroffen gewesen seien. Erste Meldungen kamen demnach am 26. Juli aus Minnesota, gefolgt von Vorfällen in Michigan, Georgia, South Dakota und New Jersey.
Das FBI führte die Angriffe dem Bericht zufolge auf „böswillige Cyberakteure“ zurück - Quellen in der US-Regierung hätten später Teheran als mutmaßlichen Ursprung genannt.
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