Kaum ist Julian Nagelsmann zurückgetreten, kreist beim DFB ein großer Name: Jürgen Klopp. Ausgerechnet Stefan Effenberg mag da nicht mitjubeln.
„Da hilft das Geld natürlich auch ordentlich mit“
Klopps Erfolge stellt der frühere Nationalspieler nicht infrage. Die Titel mit Borussia Dortmund und dem FC Liverpool sind ihm Anerkennung wert. Nur zieht er daraus einen anderen Schluss als viele: Wer im Verein glänzt, glänzt nicht automatisch beim Nationalteam.
In seiner Kolumne für t-online erinnert Effenberg daran, dass Klopp in Liverpool über Jahre üppige finanzielle Mittel hatte. „Die Strategie, die Idee mag da noch so gut sein – da hilft das Geld natürlich auch ordentlich mit“, schreibt der 57-Jährige.
Als Bundestrainer sei die Aufgabe deutlich härter. Der Kader ist begrenzt, Transfers sind nicht möglich. Man arbeitet mit dem, was da ist.
Kritik am DFB
Auch das Vorgehen des Verbands passt Effenberg nicht. Nach Nagelsmanns Rücktritt hatte der DFB öffentlich bestätigt, mit Klopp sprechen zu wollen. Für den Ex-Kapitän des FC Bayern ein Fehler.
„Man kann darüber streiten, ob das so geschickt war“, sagt Effenberg. Sein Verdacht: „Beim Verband haben sie sich von der Öffentlichkeit zu dieser Äußerung treiben lassen. Das darf nicht sein, das sollte ihnen nicht nochmal passieren.“
Statt sich früh festzulegen, fordert er, weitere Kandidaten ernsthaft zu prüfen. Selbst ein ausländischer Bundestrainer wäre für ihn kein Tabu.
Sein Wunschname: Oliver Glasner
Konkret bringt Effenberg Oliver Glasner ins Spiel. Der Österreicher habe bei seinen Stationen bewiesen, dass er Mannschaften weiterentwickeln kann – bei Eintracht Frankfurt, dem VfL Wolfsburg und zuletzt bei Crystal Palace.
Beim DFB deutet derweil vieles in Richtung Klopp. Laut Medienberichten wollen Präsident Bernd Neuendorf und Sportdirektor Rudi Völler zeitnah mit dem ehemaligen Liverpool-Coach sprechen.
Erstmals eine Ablöse für einen Bundestrainer?
Ein Detail macht die Sache besonders: Klopp steht noch bis Ende 2029 bei Red Bull unter Vertrag. Der DFB müsste also womöglich zum ersten Mal überhaupt eine Ablösesumme für einen Bundestrainer zahlen.
Für Effenberg ist die Personalie ohnehin nur die halbe Miete. „Eine Veränderung auf dem Bundestrainer-Posten alleine reicht nicht aus“, warnt er. „Es wäre ganz falsch, zu glauben, dass es mit der Einstellung eines Nagelsmann-Nachfolgers getan wäre. Das ist nur der erste Schritt.“
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