Militär

Dänemark: Russische Fregatte soll mit Leuchtraketen auf Militärhubschrauber geschossen haben

Eine russische Fregatte soll zwei Leuchtraketen auf einen dänischen Militärhubschrauber abgefeuert haben. Eine der Raketen flog nach Angaben der Streitkräfte nahe am Hubschrauber vorbei.

3 Min
Dänemark meldet einen Zwischenfall mit einer russischen Fregatte.

Dänemark meldet einen Zwischenfall mit einer russischen Fregatte.

© Martin Wagner/imago

Eine russische Fregatte hat nach Angaben der dänischen Streitkräfte zwei sogenannte Flares auf einen Hubschrauber des Militärs abgefeuert. Einer der pyrotechnischen Leuchtkörper sei in „geringer Entfernung“ an dem Hubschrauber vorbeigeflogen, erklärten die Streitkräfte in einer Mitteilung. Eine russische Stellungnahme zu den dänischen Vorwürfen lag zunächst nicht vor.
 
Der Vorfall ereignete sich laut den dänischen Streitkräften am Montag in internationalen Gewässern vor Gedser. Der Hubschrauber habe sich bei einem routinemäßigen Einsatz befunden, um die Fregatte zu fotografieren. Weitere Angaben machte das dänische Militär zunächst nicht. Die Leuchtraketen werden nach Angaben des Militärs üblicherweise als Warnsignal auf See eingesetzt.

Russischer Botschafter einbestellt

Dänemarks Außenminister Lars Løkke Rasmussen bezeichnete den Vorfall als „völlig inakzeptabel“. Der russische Botschafter in Dänemark sei deshalb zu einem Gespräch einbestellt worden, schrieb Rasmussen am Dienstag auf dem X-Account des dänischen Außenministeriums.

Auch Ministerpräsidentin Mette Frederiksen bezeichnete den Vorfall als „sehr ernst“. Es sei Teil eines Musters, das man in ganz Europa beobachte, erklärte sie nach Angaben des dänischen Rundfunksenders TV 2. „Die russischen Maßnahmen zielen darauf ab, einzuschüchtern und zu spalten“, schrieb Frederiksen auf X. Dänemark werde deshalb enger zusammenstehen und die Verteidigung Dänemarks und Europas stärken.

Dänischer Geheimdienst äußerte Warnung

Verteidigungsminister Jeppe Bruus sagte laut TV 2, ihm sei kein vergleichbarer Vorfall bekannt. Die dänische Regierung nehme die Situation ernst, eine Aktivierung von Nato-Artikel 4 oder 5 sei nach seinen Worten jedoch nicht vorgesehen. Artikel 4 ermöglicht es den Nato-Staaten, Beratungen einzuberufen, wenn ein Mitglied seine Sicherheit, politische Unabhängigkeit oder territoriale Integrität bedroht sieht. Artikel 5 sieht vor, dass ein bewaffneter Angriff auf ein Nato-Mitglied als Angriff auf alle Bündnispartner gilt.

Open Source

Open Source

Sie haben etwas zu sagen? Senden Sie uns Ihren Text! 

Einreichen
Open Door

Open Door

Sie möchten ein Thema vorschlagen? Senden Sie uns Ihren Vorschlag!

Vorschlagen

Bereits im Oktober 2025 hatte der dänische Militärnachrichtendienst vor Zwischenfällen mit russischen Kriegsschiffen in den dänischen Meerengen gewarnt. Es seien Vorfälle in dänischen Meerengen beobachtet worden, „bei denen Hubschrauber der dänischen Luftwaffe und Marineschiffe von russischen Kriegsschiffen mit Ortungsradargeräten ins Visier genommen und Waffen auf sie gerichtet wurden“, sagte Thomas Ahrenkiel, Direktor des dänischen Verteidigungsnachrichtendienstes, zu diesem Zeitpunkt laut Reuters.

Send feedback

Ihre Meinung ist uns wichtig. Senden Sie uns Ihr Feedback zu diesem Artikel an: [email protected]

Lesen Sie mehr zum Thema
weltbune Banner