Geschichte

„Afrika“ von Daniel Kehlmann: So komisch kann Kolonialismus sein

Daniel Kehlmann, ein Meister des ironischen Dialogs, treibt hier seine Kunst auf die Spitze. Der Hintergrund aber ist ernst. Die Kritik.

Cornelia Geißler
Cornelia Geißler
6 Min
Daniel Kehlmann in der Nähe des Brandenburger Tors, das auf dem Titel seines neuen Romans abgebildet ist

Daniel Kehlmann in der Nähe des Brandenburger Tors, das auf dem Titel seines neuen Romans abgebildet ist

© Emmanuele Contini/Berliner Zeitung

Man sagt ja zuweilen: Wenn es nicht so ernst wäre, könnte man darüber lachen. Daniel Kehlmann baut mit seinem Roman „Afrika“ eine Komödie um etwas Schreckliches, Ungerechtes, Grausames herum. Der Autor, der halb Österreicher ist, nimmt sich einen österreichischen Botschaftsbeamten und schickt ihn zu einer Konferenz mit weltpolitischer Bedeutung und finsteren Folgen.

Legationsrat Gustav von Strinetzky hat keine Ahnung vom Thema. Aber sein Unwissen ist nur eine Steigerung der Inkompetenz der anderen Teilnehmer.

Es geht um die Kongo-Konferenz, die von Mitte November 1884 bis Ende Februar 1885 auf Einladung des deutschen Reichskanzlers Otto von Bismarck in Berlin stattfand. Neben dem Deutschen Reich nahmen 13 Staaten daran teil, die USA, das Osmanische Reich, Russland; aus Europa zum Beispiel Österreich-Ungarn, Belgien, Frankreich, Großbritannien und Italien. Es ging um die Kolonisierung des afrikanischen Kontinents.

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