Das „Unternehmen Barbarossa“ war seit Sommer 1940 sorgfältig geplant – von Anfang an als Vernichtungskrieg, der den obsessiven Antibolschewismus der Nazis mit ihrem fanatischen Antisemitismus verband. Schon am Tag des Überfalls, dem 22. Juni 1941, erging der Kommissarbefehl, alle Kommunisten und Juden auf sowjetischem Boden zu ermorden. Der Befehl wurde pflichtbesessen ausgeführt. Funkabhörprotokolle über massenhafte Erschießungen vor allem von Juden, aber auch von vermeintlichen Bolschewisten, im Idealfall von jüdischen Bolschewisten, gelangten früh nach Großbritannien. Aber Churchill reagierte nicht, wie alle Westalliierten. Hitler blieb Zeit, seinem Traum von einem versklavten Kolonialraum anzuhängen, der verharmlosend als neuer „Lebensraum“ für das deutsche Volk angepriesen wurde. Das unterworfene Gebiet sollte dem sogenannten Dritten Reich auch eine stärkere Position gewähren, falls der Krieg andauern würde. Die Behauptung der Nazis, man sei zu dem Überfall gezwungen gewesen, um einem geplanten Angriff der Roten Armee zuvorzukommen, war von Anfang an eine Propagandalüge.
Europa
Daniela Dahn zu Russland und Europa: Wiederholt sich Geschichte?
85 Jahre deutscher Überfall auf die Sowjetunion: Die Erinnerung daran ist eine Mahnung für uns Heutige, schreibt Daniela Dahn.
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Eine Strategiekarte des deutschen Einmarsches ist im Staatlichen Gedenkmuseum zur Verteidigung und Belagerung von Leningrad ausgestellt, das eine Sammlung von Dokumenten, Fotografien, Kunstwerken, Waffen und Munition sowie persönlichen Gegenständen von Bürgern beherbergt.
© IMAGO/Oleg Yelkov
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