Kurz nach dem russischen Angriff auf die Ukraine im Februar 2022 korrespondierte ich mit einer ukrainischen Filmregisseurin. Ob sie noch in Kiew sei, wollte ich wissen. Sie bat mich, nicht Kiew zu schreiben, sondern Kyjiw. „Bitte zeigen Sie Respekt gegenüber unserem Land, unserer Sprache und unserer Identität“, schrieb sie. Tatsächlich lautet die Transkription der ukrainischen Hauptstadt aus dem Ukrainischen Kyjiw, Kiew ist die Transkription des russischen Namens. Für mich war das ein Schlüsselmoment.
Sprachpolitik
Darf man Russisch noch lieben? Der Kampf um eine vergiftete Sprache
Autoren wechseln die Sprache, Kellner müssen auf Ukrainisch grüßen, Exilanten von Baku bis Berlin verteidigen ihre Muttersprache gegen Vereinnahmung. Über ein Dilemma, das an Paul Celan erinnert.
Russisch ist zur Kampfzone geworden.
© Anna Resmini für Berliner Zeitung am Wochenende
Sprachpolitik
Darf man Russisch noch lieben? Der Kampf um eine vergiftete Sprache
Autoren wechseln die Sprache, Kellner müssen auf Ukrainisch grüßen, Exilanten von Baku bis Berlin verteidigen ihre Muttersprache gegen Vereinnahmung. Über ein Dilemma, das an Paul Celan erinnert.
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