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Armani bekommt erstmals einen externen Kreativdirektor: Dario Vitale übernimmt

Dario Vitale wird neuer Kreativdirektor bei Armani und damit die erste große Neubesetzung in der Geschichte des Hauses – ein Signal für die Ära nach Giorgio Armani.

Marie Hartmann
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3 Min
Rund ein Jahr nach Giorgio Armanis Tod übernimmt erstmals ein externer Kreativdirektor.

Rund ein Jahr nach Giorgio Armanis Tod übernimmt erstmals ein externer Kreativdirektor.

© Luca Bruno/dpa

An diesem Mittwoch hat die Armani Group die Ernennung Dario Vitales bekannt gegeben. Der Designer übernimmt mit sofortiger Wirkung die kreative Leitung von Emporio Armani und Giorgio Armani Accessoires.

„Seine Ankunft markiert den Beginn eines neuen Kapitels in der Markengeschichte“, heißt es in einer Mitteilung, die das Haus auch auf Instagram veröffentlichte.

Emporio Armani wurde 1981 von Giorgio Armani als jüngere, zugänglichere Linie gegründet – ursprünglich mit starkem Fokus auf Denim und als Brücke zur Hauptlinie gedacht. Vitale ist der erste Designer in dieser Position, der nicht zur Familie Armani gehört.

Damit geht beim Mailänder Traditionshaus eine Ära zu Ende. Giorgio Armani hatte sein 1975 gegründetes Unternehmen bis zu seinem Tod am 4. September 2025 im Alter von 91 Jahren geführt – kreativ wie unternehmerisch.

Giorgio Armani auf der Pariser Fashion Week 2023. Bis ins hohe Alter führte er sein Unternehmen – kreativ wie unternehmerisch.

Giorgio Armani auf der Pariser Fashion Week 2023. Bis ins hohe Alter führte er sein Unternehmen – kreativ wie unternehmerisch.

© Abacapress/Imago

Seitdem führten seine Nichte Silvana Armani und sein langjähriger Partner Leo Dell'Orco die kreative Arbeit fort. In der Pressemitteilung würdigten beide den Neuzugang: „Emporio wurde als ein Raum der Freiheit, des Experimentierens und der Energie geschaffen. Wir sind überzeugt, dass Darios Ankunft in unserem Team den Geist der Marke mit Respekt und Authentizität interpretieren wird.“

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Ein Designer mit bewegter Karriere

Vitale, 1983 in Süditalien geboren, bringt eine bemerkenswerte Vita mit. Er studierte am Istituto Marangoni in Mailand, arbeitete danach bei Dsquared2 und Bottega Veneta unter Tomas Maier, bevor er 2010 zu Miu Miu kam. Dort arbeitete er eng mit Miuccia Prada zusammen und stieg zum Design Director für Ready-to-wear auf.

Im April 2025 übernahm Vitale als erstes Nicht-Familienmitglied die kreative Leitung bei Versace – doch das Kapitel endete abrupt. Nach nur einer Kollektion, die in der Branche große Anerkennung fand, verließ er den Posten wieder, nachdem die Prada Group Versace für 1,25 Milliarden Euro übernommen hatte.

Die Armani Group betont in ihrer Mitteilung, Vitale habe „im Laufe seiner Karriere bedeutende Erfahrungen in der Modeindustrie gesammelt“ und dabei „ein ausgeprägtes Gespür für Produkt, Qualität, Konsistenz und Zeitgeist entwickelt“.

Vitale selbst erklärte: „Armani hat ein außergewöhnliches Erbe und eine unverwechselbare Designsprache. Ich gehe diese Aufgabe mit großem Verantwortungsbewusstsein und Enthusiasmus an, um gemeinsam eine neue Ära zu gestalten.“

Ein Signal für die Zukunft

Die Ernennung kommt zu einem Zeitpunkt, an dem die Eigentümerfrage bei Armani noch ungeklärt ist – Giorgio Armanis Testament sieht den schrittweisen Verkauf von Unternehmensanteilen vor. Doch die Armani Group wartet offenbar nicht ab: CEO Giuseppe Marsocci betonte, die Entscheidung stärke die kreative Organisation und bestätige „unseren Willen, in die Zukunft zu blicken – und dabei den Werten und der Vision von Giorgio Armani treu zu bleiben“.

Vitales Debüt wurde noch nicht verkündet, wird aber für die Herbst/Winter-2027-Kollektion erwartet, die Anfang kommenden Jahres auf der Mailänder Modewoche gezeigt werden dürfte. Seine zahlreichen Bewunderer in der Branche werden hoffen, dass ihm diesmal mehr als nur eine einzige Kollektion vergönnt ist.

Armanis Designsprache zählt zu den markantesten der Modewelt. Vitale erbt damit kein unbeschriebenes Blatt, sondern ein über Jahrzehnte gewachsenes visuelles Vokabular. Wie er es neu interpretiert, wird die spannende Frage der kommenden Monate sein.

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