Geopolitik

Milliarden, Macht und seltene Erden: Darum reisen Musk, Meta und BlackRock mit Trump nach China

Während Washington China als Rivalen sieht, begleiten mehrere US-Topmanager Donald Trump nach Peking. Es geht um seltene Erden, Marktzugang und Milliarden-Geschäfte.

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Donald Trump und Xi Jinping bei einem früheren Treffen. In Peking geht es um Handel, seltene Erden und Milliarden-Geschäfte.

Donald Trump und Xi Jinping bei einem früheren Treffen. In Peking geht es um Handel, seltene Erden und Milliarden-Geschäfte.

© Mark Schiefelbein/AP

Wenn Donald Trump in dieser Woche nach China reist, fliegt nicht nur eine politische Delegation mit. Begleitet wird der US-Präsident von Spitzenmanagern amerikanischer Konzerne, die trotz wachsender geopolitischer Spannungen dringend auf Geschäfte mit Peking angewiesen sind.

Wie Reuters berichtet, gehören unter anderem Elon Musk, Apple-Chef Tim Cook, BlackRock-Boss Larry Fink, Mastercard-Chef Michael Miebach sowie Visa-, Qualcomm-, Meta- und Boeing-Manager zur Delegation. Anders als bei Trumps China-Reise 2017 gehe es diesmal weniger um große Symbolpolitik oder öffentliche Milliardenverträge. Viele Unternehmen hofften vielmehr auf konkrete Erleichterungen bei laufenden Problemen mit chinesischen Behörden und Regulierern.

Trump wird am Mittwochabend Ortszeit in Peking erwartet. Für Donnerstag und Freitag sind Gespräche mit Xi Jinping geplant.

Warum die US-Konzerne weiter auf China setzen

Für zahlreiche amerikanische Unternehmen bleibt China trotz Handelskrieg, Sanktionen und Sicherheitskonflikten einer der wichtigsten Märkte der Welt. Viele Konzerne produzieren dort, beziehen Rohstoffe oder hoffen auf neue Wachstumschancen.

Besonders deutlich zeigt sich das bei Tesla. Der Konzern von Elon Musk benötigt chinesische Zulassungen für sein Fahrassistenzsystem „Full Self-Driving“ im weltweit größten Automarkt. Gleichzeitig ist Tesla laut Reuters auf chinesische Solartechnik angewiesen. Das Unternehmen plante demnach zuletzt den Kauf von Solarausrüstung im Wert von 2,9 Milliarden US-Dollar bei chinesischen Lieferanten.

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Auch andere Firmen kämpfen mit regulatorischen Problemen. Der Facebook-Konzern Meta versucht nach Reuters-Informationen, Widerstand Pekings gegen eine milliardenschwere KI-Beteiligung auszuräumen. Der Gentechnikhersteller Illumina wiederum hofft auf bessere Bedingungen, nachdem China zeitweise Exportbeschränkungen gegen das Unternehmen verhängt hatte.

Seltene Rohstoffe und Lieferketten im Fokus

Hinter vielen Gesprächen steht laut Reuters vor allem ein Thema: Chinas Kontrolle über wichtige Rohstoffe und industrielle Lieferketten. Mehrere US-Unternehmen wollen verhindern, dass Peking Exportbeschränkungen als politisches Druckmittel einsetzt.

China dominiert weltweit die Förderung und vor allem die Verarbeitung vieler sogenannter seltener Erden und anderer kritischer Rohstoffe. Diese werden unter anderem für Halbleiter, Batterien, Elektroautos, Rüstungstechnologie und Hochleistungschips benötigt. Gerade US-Tech- und Industriekonzerne gelten deshalb als stark abhängig von chinesischen Lieferketten.

Die Optikfirma Coherent etwa ist auf Indium und andere Spezialmaterialien angewiesen, die für Hochleistungschips benötigt werden. China prüft derzeit Einschränkungen beim Export bestimmter Technologien und Materialien in die USA.

Die Reise soll aus Sicht der Trump-Regierung offenbar auch ein Signal senden: Wirtschaftliche Zusammenarbeit mit China bleibt möglich – aber nur, wenn Peking aus Sicht Washingtons ein „verlässlicher Partner“ bleibt. Die geopolitische Strategin Reva Goujon von der Rhodium Group sagte Reuters, die Unternehmen wollten vor allem Druck aufbauen, damit China Lieferketten und Investitionen nicht „instrumentalisiert“.

Trump vermittelt zwischen Politik und Wirtschaft

Dass Trump die Konzernchefs persönlich mit nach Peking nimmt, zeigt zugleich einen bemerkenswerten Widerspruch seiner China-Politik. Öffentlich bezeichnet Trump China regelmäßig als wirtschaftlichen und militärischen Rivalen der USA. Gleichzeitig versucht seine Regierung nun offenbar, amerikanischen Unternehmen bessere Geschäfte im Land zu ermöglichen.

Mehrere Firmen hoffen laut Reuters auf direkte politische Unterstützung durch das Weiße Haus. Mastercard strebt demnach eine größere Beteiligung an seinem chinesischen Gemeinschaftsunternehmen an. Visa wiederum versucht offenbar weiterhin, erstmals direkten Zugang zum chinesischen Zahlungsmarkt zu erhalten.

Auch BlackRock-Chef Larry Fink reist mit konkreten Interessen nach Peking. Sein Unternehmen steht wegen eines geplanten 23-Milliarden-US-Dollar-Deals über Hafenanlagen – darunter zwei Häfen nahe des Panamakanals – unter Beobachtung chinesischer Behörden.

Große Erwartungen, aber wenig Hoffnung auf Durchbruch

Trotz der hochrangigen Delegation rechnen Beobachter bislang nicht mit einem großen Durchbruch. Reuters zufolge sehen viele Unternehmen den Gipfel eher als Gelegenheit, festgefahrene Gespräche mit chinesischen Behörden wieder in Bewegung zu bringen.

Im Raum stehen zwar mögliche neue chinesische Käufe von Boeing-Flugzeugen, Agrarprodukten und Energie aus den USA. Branchenbeobachter erwarten jedoch keine grundlegende Entspannung im Machtkampf zwischen den USA und China.

Gerade deshalb bleibt die Reise politisch brisant: Während sich die USA und China zunehmend als geopolitische Gegner gegenüberstehen, sind viele der größten amerikanischen Konzerne wirtschaftlich weiter eng mit der Volksrepublik verflochten.

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