Energie

14 Jahre nach Fukushima: Darum setzt Japan wieder auf Atomkraft

Japan treibt den Ausbau der Kernenergie voran. 14 Reaktoren wurden bereits reaktiviert – neue Anlagen sollen folgen. Grund sind steigende Energiepreise und der wachsende Strombedarf durch KI.

3 Min
Mitarbeiter der Tokyo Electric Power Company Holdings führen Journalisten zum Reaktordruckbehälter von Block 5 im Kernkraftwerk Fukushima.

Mitarbeiter der Tokyo Electric Power Company Holdings führen Journalisten zum Reaktordruckbehälter von Block 5 im Kernkraftwerk Fukushima.

© Eugene Hoshiko/AP

Japan forciert die Rückkehr zur Kernenergie. Einem Bericht der Financial Times zufolge wurden bereits 14 der nach Fukushima stillgelegten Reaktoren wieder hochgefahren. In einem grundlegenden Kurswechsel plant die Regierung zudem den Bau neuer Reaktoren auf bestehenden Standorten. Bis 2040 soll der Anteil der Kernenergie an der Stromversorgung auf 20 Prozent steigen – als Teil einer Strategie zur Dekarbonisierung.

Auslöser für die Kehrtwende sind dem Bericht zufolge unter anderem stark gestiegene Gaspreise infolge des Ukrainekriegs und der rasant wachsende Strombedarf durch Rechenzentren für Künstliche Intelligenz. Bisher lag der Atomanteil am japanischen Strommix bei lediglich 8,5 Prozent – nach einem drastischen Rückgang seit Fukushima 2011.

Neben der Reaktivierung älterer Meiler will Japan auch neue Reaktortypen entwickeln, darunter kleine modulare Reaktoren (SMRs) und Hochtemperatur-Gasreaktoren. Erste Inbetriebnahmen werden in den 2030er-Jahren erwartet. Unternehmen wie Hitachi, IHI und Chubu Electric engagieren sich bereits in internationalen Pilotprojekten, unter anderem in den USA und Kanada.

Widerstand gegen Inbetriebnahme von Atomreaktoren

Dennoch gibt es Widerstand: In einigen Regionen – etwa rund um das AKW Kashiwazaki-Kariwa – verweigern lokale Behörden bislang die Wiederinbetriebnahme. Auch die japanische Anwaltskammer kritisiert den Kurs als riskant und warnt vor einer Verdrängung der Folgen der Fukushima-Katastrophe.

Am 11. März 2011 wurde die japanische Ostküste von einem Erdbeben der Stärke 9,0 und einem Tsunami getroffen. Durch die Naturkatastrophe kamen 18.000 Menschen ums Leben. Der Tsunami traf auch das Atomkraftwerk Fukushima und führte dort zu gewaltigen Explosionen und zur Kernschmelze in drei Reaktoren. Es war das weltweit schwerste Atomunglück seit dem GAU in Tschernobyl 1986.

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Ein Teil des Kernkraftwerks Fukushima

Ein Teil des Kernkraftwerks Fukushima

© Kyodo News/AP/dpa

Japan bereitet sich auf „Mega-Beben“ vor

Japan bereitet sich seit einigen Tagen auf ein mögliches „Mega-Beben“ vor. Laut den örtlichen Behörden könnten fast 300.000 Menschen durch das Erdbeben sterben. Unter anderem soll der Bau von Deichen beschleunigt werden, die vor möglichen Tsunami-Wellen schützen können. Auch Notunterkünfte zur Evakuierung sollen schneller gebaut werden.

Nach fast 1600 Erdbeben in zweieinhalb Wochen verließen Dutzende Menschen eine abgelegene Inselgruppe im Süden des Landes. Wie die Behörden am Montag mitteilten, wurden von den 89 Einwohnern der am stärksten betroffenen Insel Akuseki bis Sonntag 44 in die Stadt Kagoshima auf der südlichsten japanischen Hauptinsel Kyushu gebracht. In der Nacht wurde Akuseki dann von einem weiteren Erdstoß der Stärke 5,1 erschüttert.

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