Eigentlich ist das jetzt die Zeit, da Treffpunkte ausgemacht werden für das Wochenende auf dem Bebelplatz. Denn das Programm für beide Tage von 11 bis 19 Uhr steht längst. Es ist die Zeit, da in Telefonaten und E-Mails die ausstellenden Verlage und Buchhandlungen, die teilnehmenden Autorinnen und Moderatoren noch einmal über Zeiten und Kontakte informiert werden, damit alles klappt.
Und in der Geschäftsstelle des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels – Landesverband Berlin-Brandenburg e.V. in Charlottenburg wird das Gepäck sortiert, auf dass es gut und platzsparend am Sonnabend nach Mitte kommt: Werbeaufsteller, Sitzsäcke, Programmhefte, Namensschilder und solche Dinge.
Die Polizei genehmigt das Konzept
Als wir die Geschäftsführerin Miriam Gabriela Möllers am Telefon erwischen, spricht sie zwar von „der schönen Sonne, die uns am Wochenende beschert wird“, aber sie verwendet auch das hässliche Wort „Krisenmanagement“. Es sei ja üblich, bei so einer großen öffentlichen Veranstaltung vorher gespannt auf die Wetterprognosen zu schauen, Regen, Sturm, Gewitter wolle man da nicht haben. Nun aber steht „auf diesem wunderbaren Platz“ große Hitze bevor. Und sich darauf vorzubereiten, prägte dann diese Woche erheblich.
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Schriftstellerin Katerina Poladjan: Erinnerung kann trügerisch sein
Inzwischen habe die Berliner Polizei dem Börsenverein bestätigt, „dass sie alle Maßnahmen, die wir vorgesehen haben, auch empfohlen hätte“ und das Konzept genehmigt. Und so hieß die Überschrift der jüngsten Pressemitteilung: „Das Berliner Bücherfest findet am kommenden Wochenende statt“.
Es gibt mehr als 20 zusätzliche große Sonnenschirme für Schattenplätze, die Foodtrucks sind angehalten, sich beim Verkauf von Getränken und Speisen auf die Temperaturen einzustellen, alle drei Veranstaltungszelte sind mit Ventilatoren ausgestattet und der ParadEIS-Stand vom Erzbistum Berlin verteilt kostenlos Eis. Die St.-Hedwigs-Kathedrale lädt als Kooperationspartner zwischendurch zur Abkühlung ein – mit Lesungen, Musik und Führungen.
Blick auf das Berliner Bücherfest 2025 – diesmal gibt es noch mehr Sonnenschirme.
© georg+georg/Lisa-Koch
Das Berliner Bücherfest ist beim Publikum beliebt, 20.000 Lesebegeisterte kamen im vergangenen Jahr bei knapp unter 30 Grad in die größte Freiluftbuchhandlung Europas. Wichtig ist es auch für die Branche. Die Berliner Verlage und Buchhandlungen, sehen es, so beschreibt es die Geschäftsführerin ihres Branchenverbands, als ein Schaufenster, wo sie ihren Leserinnen und Lesern begegnen. In den wirtschaftlich angespannten Zeiten seien diese Begegnungen besonders wichtig.
Von Poladjan bis Schubert
„Liebe Besucherinnen und Besucher“, heißt es auf der Website und in der gedruckten Broschüre zum Bücherfest, „die Welt ist in Bewegung, mehr denn je. Umso wichtiger, dass wir verbunden bleiben.“ Da wird auf die politischen Ereignisse angespielt und auf eine Verunsicherung, die auch den Einzelhandel betrifft. Miriam G. Möllers spricht von „multiplen Herausforderungen“, meint etwa die Gewerbemieten für Verlage und Buchhandlungen und die Innenstadtentwicklung mit ihren Baumaßnahmen. „Das, was uns trägt, ist Gemeinschaft, ist Miteinander, das Sich-Solidarisieren. Davon geht eine ganz große Kraft aus. Und ein Fest ist genau dazu da, das Miteinander zu feiern.“ Alle mehr als 100 Stände waren innerhalb von 48 Stunden ausgebucht.
Rund 40 Veranstaltungen, also Diskussionen, Lesungen, Mitmachaktionen für Kinder, gibt es an dem Wochenende. Die großen in Berlin ansässigen Verlage wie Aufbau und Suhrkamp sind dabei, vor allem etliche der kleinen, die die Vielfalt der Buchstadt Berlin ausmachen – wie Verbrecher und März, Interkontinental und Satyr.
Am Sonnabend liest gleich nach der Eröffnung durch Franziska Giffey Katerina Poladjan, im Frühjahr mit dem Preis der Leipziger Buchmesse ausgezeichnet, gegen Ende ist am Sonntag die Bachmann-Preisträgerin Helga Schubert dran. Der Geschichtenerzähler Horst Evers wird sein Publikum genauso finden wie die Comicautorin Uli Lust, geehrt mit dem Deutschen Sachbuchpreis.
Berliner Bücherfest, 27. und 28. Juni, 11 bis 19 Uhr, Bebelplatz, Eintritt frei
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