Kommentar

Das Desaster in Afghanistan zeigt: Es ist Zeit, die Nato neu zu denken

Der Fall von Kabul ist eine Katastrophe – für die USA und für Europa. Unser Autor sagt, dass dies das transatlantische Bündnis an sich in Frage stellt.

Dave Keating
4 Min
US-Soldaten sichern den Flughafen in Kabul.

US-Soldaten sichern den Flughafen in Kabul.

© Staff Sgt. Victor Mancilla/U.S. Marine Corps/AP

Angesichts des unilateralen Rückzugs Washingtons ohne Rücksprache kann man eines dabei leicht übersehen: In Wirklichkeit war dies ein Nato-Krieg mit starker Beteiligung europäischer Länder. Es war Deutschlands größte Militärintervention seit dem Zweiten Weltkrieg, mit rund 150.000 deutschen Soldaten, die in den letzten zwei Jahrzehnten dort stationiert waren. In den vergangenen 20 Jahren wurden 12,5 Milliarden Euro deutscher Steuergelder für die Ausbildung der afghanischen Armee ausgegeben, die in nur einer Woche zusammenbrach. Bei Kriegsende verfügte Deutschland nach den USA über das zweitgrößte Truppenkontingent in Afghanistan.

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