Es verschiebt sich etwas in Deutschland. Man muss kein Wahlforscher sein, um es zu bemerken. Kräfteverhältnisse, die über Jahrzehnte Bestand hatten, lösen sich auf. Parteien, die sich Volksparteien nannten, erreichen Ergebnisse, die früher für sie undenkbar gewesen wären. Andere, die lange am Rand des politischen Systems standen, bestimmen plötzlich, wer regieren kann und wer regieren wird.
Innerhalb weniger Wochen ist diese Verschiebung gleich dreimal sichtbar geworden. In Sachsen-Anhalt holte die AfD knapp 44 Prozent. In Mecklenburg-Vorpommern wurde sie ebenfalls stärkste Kraft. Und in Berlin könnte erstmals eine Politikerin der Linkspartei Regierende Bürgermeisterin werden. Mit Blick auf diese neuen Realitäten liegt ein Gedanke nahe: Das Hufeisen ist zurück.
Analyse
Das Ende einer Ära: Das Parteiensystem sortiert sich neu – und zwar grundlegend
Drei Landtagswahlen, drei unterschiedliche Mehrheiten und doch folgt ihnen dieselbe Entwicklung. Deutschland erlebt eine neue politische Zweiteilung.
9 Min
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Im Deutschen Bundestag haben sich die Mehrheitsverhältnisse in den letzten Jahren massiv verschoben.
© IMAGO/Sascha Steinach
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