Kommentar

Das Ende von Robert Habeck: Seine Macht war ihm wichtiger als seine politischen Ideale

Nach der Wahl hatte der Grüne schnell den Schuldigen für seinen Misserfolg gefunden: Friedrich Merz. Doch das stimmt so nicht. Es war Habecks Wille zur Macht. Ein Kommentar.

Anja Reich
Anja Reich
5 Min
Robert Habeck, einer der Verlierer des Tages.

Robert Habeck, einer der Verlierer des Tages.

© Carsten Koall/dpa

Am Tag von Robert Habecks Niederlage konnte man noch einmal miterleben, woran er gescheitert ist. Es war der Wahlsonntag, zwischen 18 und 19 Uhr, die ersten Hochrechnungen waren da, die Grünen lagen bei 13,3 Prozent, später rutschten sie auf 11,6 Prozent, weit unter den Erwartungen des Mannes, der angetreten war, für die Grünen Bundeskanzler zu werden.

In Interviews wurde Habeck nach den Gründen für das schlechte Abschneiden der Grünen gefragt, und der hatte – nun ja – eine interessante Erklärung: Friedrich Merz ist schuld. Seine Abstimmung im Bundestag mit der AfD. Grünen-Sympathisanten hätten sich von ihm gewünscht, nie wieder mit der CDU zu reden, sagte Habeck mit betroffener Miene. Das aber sei für ihn, Habeck, nicht möglich gewesen. Denn: „Das kann ich nicht. Da bin ich anders gepolt, da sind wir anders gepolt.“ Und dann fügte er noch hinzu: „Insofern sind wir jetzt Opfer des Abstimmungsverhaltens von Friedrich Merz.“

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