Italien

Das große Olivensterben: Das Kulturgut des „Grünen Goldes“ ist in Gefahr

Schlechte Olivenernte in Italien. Schuld ist die Trockenheit und das eingeschleppte Feuerbakterium, das viele Bäume tötet. Forscher suchen Strategien dagegen.

Kerstin Viering
7 Min
Krasser Gegensatz in Süditalien: Ein kranker Olivenhain (l.) liegt gesunden Olivenbäumen gegenüber.

Krasser Gegensatz in Süditalien: Ein kranker Olivenhain (l.) liegt gesunden Olivenbäumen gegenüber.

© Charles Onians/AFP/Getty Images

Olivenöl wird immer teurer. Ende 2023 stiegen die Preise für das begehrte Öl zum Beispiel um mehr als 43 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Begründung: Lange Trockenheit in Südeuropa – fast alle Anbaugebiete liegen rund ums Mittelmeer – hatte zu empfindlichen Ernteausfällen geführt. Man sprach von einer nie dagewesenen Situation, von einer Olivenöl-Krise. Nicht nur ein Exportschlager, sondern auch ein Kulturgut ist in Gefahr. Olivenöl steht für die mediterrane Lebensweise wie kaum ein anderes Produkt.

Und die Situation hat sich nicht gebessert. Das zeigt sich zum Beispiel in Apulien, wo der Herbst ganz im Zeichen der Oliven steht. Dann wird hier die neue Ernte eingebracht und zu jenem „Grünen Gold“ gepresst, für das die Region am Absatz des italienischen Stiefels bekannt ist. Etwa die Hälfte des gesamten italienischen Olivenöls stammt von dort. Doch Schätzungen zufolge soll die diesjährige Ernte in Apulien um mehr als 40 Prozent geringer ausfallen als noch in der vergangenen Saison, wo Herbststürme schon einen großen Teil der Ernte verhagelt hatten. Ähnlich sieht es auch in den anderen wichtigen Anbaugebieten wie Kalabrien und Sizilien aus.

Werden Sie Teil des Ostablishments.

Sie haben bereits ein O+ Abo?

*