Das große Tropenhaus im Botanischen Garten wird saniert. Im nächsten Frühjahr ist es wieder geöffnet

Neue Heimat für 4 000 Pflanzen

Claudia Fuchs
3 Min

Die beste Nachricht zuerst: Die Welwitschia lebt noch! Und das ist eigentlich ein Wunder. Die ungewöhnliche Pflanze, die in der Wüste Namib im Westen Afrikas zu Hause ist, wächst im Botanischen Garten seit nunmehr zwei Jahren auf einer gigantischen Baustelle. Umgeben von einem separaten Gewächshaus, eingepackt in extra Folie und beleuchtet mit einer besonderen Lampe, trotzt die Pflanze den Widrigkeiten, die eine Baustelle mit sich bringt: Staub, Kälte, Dunkelheit und Erschütterungen.Rund um die Welwitschia wird seit Monaten ein logistisches Meisterwerk vollbracht. Das große Tropenhaus im Botanischen Garten, das mit 60 Meter Länge, 30 Meter Breite und 28 Meter Höhe eine der größten Stahl-Glas-Konstruktionen der Welt ist, wird seit August 2006 saniert. Die Stahlträger, die wie Rippenbogen das Skelett des Hauses bilden, werden von Rost befreit und gestrichen, Fenster und Klimaanlage erneuert und das Heizungssystem wird überholt. Doch nicht nur das: Weil für die Sanierung der gebogenen Stahlträger auch im Inneren der Halle ein gigantisches Gerüst errichtet werden musste, wurde das Haus vollständig geräumt: Gut 4 000 tropische Pflanzen - 1 358 verschiedene Arten, die größten 18 Meter hoch - mussten ausgegraben werden. Sie wurden vorübergehend in anderen Gewächshäusern untergebracht. Finanziert werden die 16 Millionen Euro teuren Arbeiten aus dem Umweltentlastungsprogramm, von der Stiftung Deutsche Klassenlotterie und von der Hochschulbauförderung."Wir liegen gut im Zeitplan", sagt Michael Krebs, der eigentlich technischer Leiter des Botanischen Gartens ist, aber nun ausschließlich als Sanierungsbeauftragter des Großen Tropenhauses fungiert. Wie geplant würden die Hauptarbeiten bis Ende des Jahres abgeschlossen, Anfang 2009 werden dann die Verkleidungen für die neuen Umlufttürme modelliert, die Grotte und neue Wege durch das Haus entstehen. "Die Stahlfassade ist bereits fertig", sagt Krebs. Und weil auch die Hälfte der neuen Fenster bereits eingesetzt wurde, habe das halbe Gerüst zumindest außen abgebaut werden können. "Das Haus ist also zur Hälfte schon wieder ausgepackt."Bis die vielen tropischen Pflanzen in ihr Haus zurückkehren können, dauert es aber noch eine Weile: Erst im Frühjahr, wenn die Temperaturen konstant über null liegen, beginnt das große Umtopfen. "Bis dahin werden wir aber sicher einige Führungen durch das Haus anbieten", sagt Michael Krebs.------------------------------Grafik: Seit August 2006 wird das Haus saniert. Die Stahlträger werden neu gestrichen, die Fenster erneuert, die Grotte neu modelliert. Auch eine neue Klimaanlage wird installiert. Dafür wurde die Halle völlig geleert: Alle 4 000 Pflanzen wurden ausgegraben.------------------------------Grafik: Die beiden Umlufttürme sorgen künftig für besseres Klima im Haus. Sie saugen warme Luft am oberen Ende der Halle an und geben sie am unteren Ende gekühlt ab. Die Türme werden wie Bäume gestaltet.

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