Hertha BSC

Das Hertha-Wunder hat den nächsten Magier - Jon Thorsteinsson

Traumstart für Hertha BSC in der Zweiten Liga nach dem 5:3 bei Eintracht Braunschweig. Thorsteinsson sorgte für die Wende nach einem 0:2-Rückstand.

Wolfgang Heise
Wolfgang Heise
4 Min
In der 44. Minute traf Jon Thorsteinsson zum 1:2-Anschlusstor für Hertha BSC bei Eintracht Braunschweig und leitete die Aufholjagd ein.

In der 44. Minute traf Jon Thorsteinsson zum 1:2-Anschlusstor für Hertha BSC bei Eintracht Braunschweig und leitete die Aufholjagd ein.

© IMAGO/Michael Taeger

Alle staunen über Hertha BSC. Trotz prominenter Abgänge haben die Berliner einen Traumstart in die Zweitliga-Saison hingelegt. Nach dem 5:3 bei Eintracht Braunschweig steht die Mannschaft von Stefan Leitl an der Tabellenspitze. Und ausgerechnet Jon Thorsteinsson, dessen Zeit in Berlin lange nicht in Gang kommen wollte, war der Hauptgewinner Abends.

Thorsteinsson an drei Hertha-Toren beteiligt

In Braunschweig lag Hertha 0:2 hinten. Dann begann die magische Aufholjagd. In der 44. Minute traf Thorsteinsson zum 1:2, sein erstes Zweitliga-Tor für die Blau-Weißen. In der Nachspielzeit der ersten Hälfte folgte der Ausgleich: Nach Thorsteinssons langem Ball auf Brekalo überraschte dieser den Eintracht-Torwart Ron-Thorben Hofmann mit einem Schlenzer aus rund 40 Metern zum 2:2. In der 53. Minute brachte Thorsteinsson den Ball vor das Tor, Braunschweigs Kevin Ehlers lenkte ihn zum 3:2 für Hertha ins eigene Netz. Drei Tore, drei mal war Thorsteinsson beteiligt.

Trainer Stefan Leitl (49) war entsprechend angetan von der Leistung des Isländers. „Für mich war Jon auch schon im Pokalspiel in Saarbrücken herausragend gut. Jetzt auch in Braunschweig. Chapeau! Es ist das, was wir uns erhofft haben, dass der Knoten platzt, dass er mehr Torgefahr entwickelt. Er war an drei Toren beteiligt.“

Sonderlob von Leitl für Thorsteinsson

„Es war ein fantastisches Spiel von ihm“, sagte der Coach und erinnerte an das Trainingslager im Sommer: „Ich habe es im Trainingslager schon gesagt: Ich möchte diesen Spieler unbedingt behalten, weil es nicht nur um seine Qualität geht, die er zweifelsohne hat, sondern es geht auch um seinen Charakter. Jon ist ein ganz wichtiger Spieler für unsere Kabine.“ Und weiter: „Es freut mich einfach, dass er das mit Leistung zurückzahlt.“

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Thorsteinsson gehört derzeit zu den positiven Überraschungen beim Hauptstadtklub. Vor zwei Wochen wurde der rechte Flügelstürmer Marten Winkler (23) für vier Millionen Euro an den belgischen Erstligisten RSC Anderlecht verkauft. Thorsteinsson füllt die entstandene Lücke bislang überzeugend.

30 Ligaspiele ohne Tor, jetzt der Durchbruch

Zurückzahlen konnte er das Vertrauen lange Zeit kaum. Im August 2024 wechselte Thorsteinsson für 250.000 Euro von Oud-Heverlee Leuven aus Belgien zu Hertha. Danach verlief seine Zeit in Berlin zunächst enttäuschend. Sein erstes Tor beim 1:3 in Darmstadt im November 2024 wurde wegen eines angeblichen Handspiels vom VAR aberkannt. Eine Entscheidung, die den Offensivspieler besonders traf. Danach standen 30 Ligaspiele ohne Torerfolg in der Statistik. Lediglich im DFB-Pokal traf er per Elfmeter beim 3:0 gegen den SV Elversberg im Oktober 2025.

Der Neustart begann in Norwegen

Im Februar folgte die Leihe nach Norwegen zu Brann Bergen. Der Wechsel erwies sich als richtiger Schritt. In Bergen war Thorsteinsson sofort Stammspieler, arbeitete unter einem isländischen Trainer und traf in der Kabine auf mehrere Landsleute. Drei Tore und drei Vorlagen in 18 Spielen sprechen für sich. Die Norweger hätten ihn gern behalten.

Ende Juni stand er dennoch wieder auf dem Trainingsplatz von Hertha BSC, zunächst als Verkaufskandidat. Neben Brann beschäftigten sich auch Klubs aus der belgischen ersten Liga mit dem Isländer. Doch Leitl legte sein Veto ein. Der Trainer wollte Thorsteinsson unbedingt im Kader behalten.

Lange wartete der 27-Jährige auf den Durchbruch in Berlin. In Braunschweig lieferte er nun den bislang stärksten Beleg dafür, warum Hertha im Sommer an ihm festhielt.

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