Glücklicherweise gibt es noch keine Bestseller-Maschine. Es ist ein wenig, wie in der Werbung. Man kann noch so klug den Zeitgeist erforschen, das Thema treffen, um das keiner herumkommt, oder genau das finden, auf das alle gewartet haben, ohne es zu ahnen. Man weiß dennoch nie genau, was floppt und was ein Erfolg wird - von dieser Spannung lebt die Frankfurter Buchmesse, die heute ihre Tore öffnet.Ein Preis hilft. Der nunmehr im dritten Jahr verliehene Buchpreis des Deutschen Börsenvereins scheint so ein Erfolgs-Katalysator zu sein. Katharina Hackers und Arno Geigers in den vergangenen Jahren ausgezeichnete Romane schossen im Nu in die Bestsellerlisten, die Übersetzungsrechte wurden in mehrere Dutzend Sprachen verkauft. Julia Franck, die in ihrem Lebenslauf auf eine ansehnliche Liste außerliterarischer Tätigkeiten verweist - von Putzfrau über Kindermädchen, Kellnerin, Hilfsschwester bis Phonotypistin - ist nur zu wünschen, dass für ihren nun ausgezeichneten, autobiografisch gefärbten Roman "Die Mittagsfrau" die Marktmechanismen ebenso gut funktionieren.Aber was sind die Themen der Zeit? Mit der Rückkehr des klassischen Erzählens hat die Literatur auch die klassischen Themen von Liebe und Verlust, Familie, Schuld und Trauma, Vergangenheit und Angst vor dem Tod wieder erobert. Dass das Unterhaltung im besten Sinn sein kann, beweisen die hier vorgestellten Romane. Auch die von uns ausgewählten Sachbücher verhandeln alte, neue Fragen: Nach dem Verhältnis von nahem Profit und fernem Leid, von Naturwissenschaft und Gott, von Landschaft und Technik, von Wahrheit und Lüge in den Medien. Um Zeitreisen und Tintenwelten geht es auch in den Kinder- und Jugendbüchern.Damit es aber nicht beim Reden über Bücher bleibt, hat das letzte Wort: Der Leser.------------------------------Alle in dieser Beilage vorgestellten und beworbenen Bücher liegen in allen Thalia-Buchhandlungen aus.
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