Taten sagen bekanntlich mehr als Worte und in diesem Sinne kann man davon ausgehen, dass die Demokratische Partei einer aufregenden Zeit entgegensieht: Unabhängig voneinander haben in den vergangenen Tagen die beiden Hoffnungsträger der US-Demokraten ihre Kandidatur für das Weiße Haus bekannt gegeben - mehr oder weniger. Auch wenn Hillary Clinton meinte, sie wolle erst das Land bereisen, bevor sie die endgültige Entscheidung treffe, und ihr möglicher Konkurrent Barack Obama ebenfalls keinen Ton über seine Ambitionen verlor, so war doch klar, dass die beiden Ernst machen. Clinton hat bereits seit Monaten einen Mitarbeiterstab, der durch das Land reist und Obama hielt nicht ohne Grund seine Grundsatzrede in New Hampshire, einem der Staaten, in denen die ersten Vorwahlen stattfinden werden.Für die amerikanischen Medien jedenfalls gibt es keine Zweifel: Der Kampf um das Weiße Haus 2008 hat sensationell begonnen: Wenn Hillary Clinton und Barack Obama tatsächlich antreten, schreiben sie Geschichte. Erstmals werden eine Frau und ein Afroamerikaner als Favoriten für die Präsidentschaft gehandelt. CNN zufolge führt Hillary Clinton das Feld der demokratischen Bewerber deutlich mit 37 Prozent der Zustimmung an, gefolgt von Obama mit 15 Prozent. Al Gore bekommt noch 14 Prozent, während der Rest sich mit einstelligen Prozentzahlen zufrieden geben muss, auch der Präsidentschaftskandidat von 2004, John Kerry. Er kommt lediglich auf sieben Prozent.In den Medien wird bezweifelt, dass Hillary Clinton ihren Vorsprung halten kann. Seit die ehemalige First Lady ihr Interesse an dem Präsidentenamt bekundet hat, spürt sie Vorbehalte aus der eigenen Partei. Man unterstützte Hillary Clinton und zeige großen Respekt für ihre Leistung als Senatorin von New York, heißt es gerne schmeichelhaft. Doch dann kommt das Urteil: "Aber sie ist nicht wählbar." Viele Demokraten befürchten, dass die Ehefrau des früheren Präsidenten zu liberal ist für das ländliche Amerika und eher die Clinton-Gegner als die Clinton-Freunde zu den Urnen bringt.Geradezu euphorisch begrüßt man deshalb Barack Obama. Obwohl der 45-Jährige aus Chicago über wenig politische Erfahrung verfügt, sehen viele Demokraten in ihm die einzige Gewalt, die Hillary Clinton und möglicherweise auch die republikanischen Konkurrenten John McCain und Rudy Giuliani stoppen kann. Obama ist ein frisches Gesicht und hat vor allem einen Vorteil gegenüber den meisten Kandidaten: Er hat nicht für den Irak-Krieg gestimmt. Es ist auch diese Gnade der späten Kandidatur, die ihn so attraktiv für 2008 macht.
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