Interview

„Das ist der Auftakt zum Weltwirtschaftskrieg“: Historiker über Trumps Zölle und die Lehren von 1930

Professor Alexander Nützenadel sieht Parallelen zur Depression in den 30er-Jahren. Doch ein Akteur im Welthandel könnte das Schlimmste noch verhindern.

Cedric Rehman
Cedric Rehman
8 Min
Alexander Nützenadel lehrt an der Humboldt-Universität zu Berlin. Der Wirtschaftshistoriker erkennt Parallelen zur großen Krise vor 100 Jahren.

Alexander Nützenadel lehrt an der Humboldt-Universität zu Berlin. Der Wirtschaftshistoriker erkennt Parallelen zur großen Krise vor 100 Jahren.

© Jordis Antonia Schlösser/Ostkreuz

Ein Börsenbeben, Regierungen, die sich im Eiltempo gegenseitig mit Zöllen belegen, und das Gefühl, das Ende einer Epoche zu erleben, das gab es schon einmal. Und wie heute nahm die Krise 1930 in den USA ihren Anfang. Der republikanische US-Präsident Herbert Hoover erließ wenige Monate nach dem Börsencrash von 1929 ein nach den republikanischen Senatoren Reed Smoot und Willis C. Hawley benanntes Zollgesetz zum Schutz des einheimischen Marktes. Es folgte der Absturz des Welthandels. Donald Trump belegte den Rest der Welt am 2. April mit noch höheren Zöllen als damals Hoover. Trump gewährt der EU nach einem Börsenbeben eine 90-tägige Atempause. Das Zollduell mit China eskaliert weiter. Der Berliner Wirtschaftshistoriker Alexander Nützenadel warnt vor einer Krise, wenn Regierungen die Fehler der 30er-Jahre wiederholen. Doch wie konnte es überhaupt so weit kommen?

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