Es gibt in dieser Stadt eine Spezies, die zäher ist als jede Ratte im Görlitzer Park: der Berlin-Nörgler. Man erkennt ihn daran, dass er seit zwölf Jahren hier lebt und seit elf Jahren erzählt, es sei hier nicht mehr auszuhalten.
Neulich wieder, Küchenparty in Neukölln. Ein Mann, Ende dreißig, hält ein Craft-Bier für 4,90 Euro und sagt den Satz, den man in Berlin inzwischen öfter hört als „Kartenzahlung geht leider nicht“: „Das ist nicht mehr meine Stadt.“ Früher, sagt er dann. Früher war das Berghain noch interessant. Früher kostete seine Wohnung in Friedrichshain 380 Euro warm. Früher gab es das Tacheles und die Bar25. Was er nicht sagt: Früher war er jünger. Darum geht es eigentlich.
Uglymeter
„Das ist nicht mehr meine Stadt“: Warum Berlins Dauernörgler trotzdem niemals wegziehen
Die Ringbahn fällt aus, die Mieten explodieren: Berlins Dauernörgler leiden laut und ziehen trotzdem nie weg. Das Uglymeter rechnet ab.
3 Min
Link kopiert
Die Artikel-URL wurde erfolgreich in Ihrer Zwischenablage gespeichert.
Wer kennt ihn nicht: Den Berliner, der ständig davon redet, der Stadt den Rücken zu kehren. Leider bleibt er – und nervt.
© unsplash
Werden Sie Teil des Ostablishments.
Sie haben bereits ein O+ Abo?
*