Das Kind im Manne

Birgitt Eltzel
2 Min

Im Modellpark in der Wuhlheide stehen Burg Rabenstein, der Spandauer Johannesstift, die Siegessäule und der Reichstag. Die Miniaturen sind detailgetreu nachgebaut bis hin zu den Figuren auf den Simsen und zur Farbe der Dachziegel. Die Besucher schauen und staunen. Sie flitzen von Sehenswürdigkeit zu Sehenswürdigkeit. Viel laufen müssen sie nicht - die etwa 60 markanten Gebäude aus der Mark und der Hauptstadt sind auf einer Fläche eines ehemaligen Sportplatzes aufgebaut."Eh", ruft ein Knirps seinen Vater. "Da fährt ja die U-Bahn." Und tatsächlich, an der Miniatur-Station Wittenbergplatz startet ein gelber U-Bahn-Wagen, sobald man eine Lichtschranke passiert. Die beiden treten immer wieder vor und hinter die Lichtschranke, die U-Bahn fährt immer wieder aufs Neue an. Plötzlich entdecken Vater und Sohn einen ICE, den sie auf ähnliche Weise zum Fahren bewegen können. Sie tun es wieder und wieder. Sie haben männlichen Spaß.Den genießt ein paar Kilometer entfernt in Biesdorf ebenfalls ein junger Vater mit seinem Kind. Das Baby fest ins Tragetuch vor seine Brust gewickelt, macht er sich jeden Morgen zum Spaziergang auf. Die Tour führt immer über einen Spielplatz. Dort setzt sich der Vater häufig mit seinem Sohn auf eine Schaukel und schwingt sich himmelwärts. Ob das Baby wirklich Freude daran hat, ist nicht bekannt. Der Vater jedenfalls lächelt stets nach dem Spielplatz-Besuch - hat er doch etwas für das ewige Kind im Manne getan.

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