Das Konsumklima hat sich erneut verbessert - aber höhere Arbeitslosigkeit droht in den kommenden Monaten

Die Verbraucher sind noch optimistisch

Matthias Loke
2 Min

BERLIN. Zur Bundestagswahl ist noch einmal alles gut: "Es ist eine schöne Spätsommer-Stimmung". So beschreibt die Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) das Konsumklima in Deutschland im September. Konjunktur- und Einkommenserwartungen haben unter den Befragten noch einmal zugelegt, auch die Neigung zu Anschaffungen hat sich nochmals verbessert. Kurzum: Die Verbraucher sehen zunehmend optimistischer n die Zukunft.Damit häufen sich im Vorfeld des Wahltages die positiven Konjunkturaussagen. So waren zwar im ersten Halbjahr die deutschen Exporte im Vergleich zum Vorjahreszeitraum dramatisch eingebrochen, aber es gab bereits leichte Hoffnungszeichen, dass das Schlimmste in der Krise überwunden ist: Im Juni und Juli waren die Ausfuhren gegenüber den Vormonaten wieder gestiegen. Die Bundesbank stellte vor wenigen Tagen fest, dass sich die Konjunktur im dritten Quartal merklich belebt habe. Zuletzt stieg der wichtige Geschäftsklimaindex des Münchener Ifo-Instituts zum sechsten Mal in Folge.Gerade wegen der Annahme, dass die Konjunktur weniger stark als bislang befürchtet einbrechen werde, seien die Verbraucher positiv gestimmt, sagen die Konsumforscher. "In der Wahrnehmung der Konsumenten setzt sich offenbar zunehmend die Erkenntnis durch, dass das Schlimmste hinter uns liegt" betont die GfK. Das ruhige Preisklima ohne jede Inflation sorge außerdem dafür, dass die Kaufkraft gestärkt werde. Folglich würden auch die Einkommenserwartungen sowie die Anschaffungsneigung der Konsumenten besser. Der "erstaunlich robuste Arbeitsmarkt" erweise sich als zusätzliche Stütze, hieß es.Allerdings sehen die Konsumforscher genau hier das Risikopotenzial. Der private Konsum bleibe zwar in diesem Jahr noch die wesentliche Stütze der deutschen Wirtschaft. Aber: "Sollte sich die Zahl der Arbeitslosen in den kommenden Monaten stark erhöhen, wird dies auch die Konsumenten belasten und das Konsumklima schwächen", kündigen die GfK-Forscher an. Arbeitsmarkt-Experten rechnen mittlerweile damit, dass die Zahl der Arbeitslosen im Jahresdurchschnitt 2010 nur bei etwa 4,1 Millionen liegen könnte. Das wäre eine halbe Million weniger als in den pessimistischen Voraussagen.Der Einzelhandel bleibt denn auch misstrauisch. "Die Stimmung unter den Verbrauchern kann sich ganz schnell drehen", sagte der Sprecher des Einzelhandelsverbandes HDE, Hubertus Pellengahr - etwa durch Steuer- und Abgabenerhöhungen der neuen Bundesregierung, die mit riesigen Löchern im Staatsetat kämpfen muss. "Das würde sofort die Stimmung killen", sagte Pellengahr. Dessen Branche erwartet in diesem Jahr ein Umsatzminus von zwei Prozent.------------------------------"Wir sind auf dem Weg zum Niveau vor der Krise." Rolf Bürkel, GfK

Open Source

Open Source

Sie haben etwas zu sagen? Senden Sie uns Ihren Text! 

Einreichen
Open Door

Open Door

Sie möchten ein Thema vorschlagen? Senden Sie uns Ihren Vorschlag!

Vorschlagen
Send feedback

Ihre Meinung ist uns wichtig. Senden Sie uns Ihr Feedback zu diesem Artikel an: [email protected]

Lesen Sie mehr zum Thema
weltbune Banner