Ich bin charmiret von seiner music und habe mein leben desgleichen nicht gehört." So urteilte Sophie Charlotte, damals noch nicht preußische Königin, über den Violinvirtuosen Giuseppe Torelli, der ihr vom Markgrafen Georg Friedrich von Brandenburg-Ansbach 1696 für einige Zeit "geliehen" worden war.Giuseppe Torellis "Concerti musicali" und Arcangelo Corellis Violinsonaten op. 5 sind zwei der prominentesten Opera, die der kunstsinnigen Königin gewidmet waren. Teile daraus, gespielt vom Ensemble "Musica Alta Ripa", gibt es im ersten von vier Kammermusikabenden zu hören, mit denen das Konzerthaus das Preußenjahr unter dem Titel "Musik am preußischen Hof" begeht.Nach der strengen Zeit des "Soldatenkönigs" brach mit dem Amtsantritt Friedrichs II. wiederum "ein musicalisches saeculum" in Preußen an, wie Elias Bach seinem Vetter Johann Sebastian berichtete. Werke von Friedrichs Flötenmeister Johann Joachim Quantz und natürlich von Carl Philipp Emanuel Bach werden vom "Ensemble Sans Souci" am zweiten Abend gespielt. Musik nicht nur zu fördern, sondern auch selbst zu machen, war für Herrscher bis ins 19. Jahrhundert üblich. Sophie Charlotte spielte das Cembalo, Friedrich II. die Querflöte, Friedrich Wilhelm II. das Cello, für das er sich von Mozart, Beethoven und Boccherini Werke komponieren ließ; einige davon spielen Anner Bylsma und Malcolm Bilson am dritten Abend. Und über den Neffen des Königs, Prinz Louis Ferdinand, urteilte Beethoven anlässlich seines Besuchs in Berlin, er "spiele so gar nicht königlich oder prinzlich, sondern wie ein tüchtiger Klavierspieler". Louis Ferdinand komponierte auch selbst, sein Es-Dur-Klaviertrio ist im letzten der Konzerte zu hören.Musik am preußischen Hof Do-So, Konzerthaus am Gendarmenmarkt, Kammermusiksaal, jeweils um 20 Uhr. Kartentelefon: 20 309 - 21 01 / -21 02
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