Das Programm steht - die Basis zankt

Jan Thomsen
2 Min

Es gibt, was die Feierlichkeiten zum 1. Mai in Kreuzberg angeht, eine frohe Botschaft und eine weniger frohe. Zunächst die frohe: Das Programm für das MyFest, jene inzwischen traditionelle und friedliche Straßenfete in Kreuzberg am 1. Mai, ist fertig, die Bands und Künstler auf den Bühnen vom Mariannen- bis zum Oranienplatz werden in ein paar Tagen vorgestellt. Dies sagte Silke Fischer, Koordinatorin des MyFestes, gestern. "Wir haben geackert wie die Irren", erklärt sie.Dies war wohl auch nötig, denn die Vorbereitungen für das vom Senat mit 130 000 Euro finanzierte Fest hatten schleppend und mit einigen Missverständnissen begonnen. Erst nach dem Protest der bisherigen Organisatoren um Fischer, ehemalige Hausbesetzerin und jetzt SPD-Vorsitzende von Friedrichshain-Kreuzberg, kooperierte der inzwischen von den Grünen unter Bürgermeister Franz Schulz regierte Bezirk mit den kiezerfahrenen MyFest-Leuten. Die trugen mit ihrem Fest seit 2003 dazu bei, dass es zuletzt kaum mehr Krawalle gab.Doch mit diesem Erfolg verbindet sich in der Kreuzberger Szene längst auch Missgunst und Verleumdung. Dies ist die weniger frohe Botschaft: Auf der linken Info-Homepage Indymedia wird Fischer seit ein paar Tagen von einer Autorin namens Maria Ohlbaum - offenbar ein Pseudonym - angegriffen. Die Autorin behauptet, Fischer habe das öffentliche MyFest-Geld "nicht sauber abgerechnet" und stehe im Verdacht, "Gelder veruntreut bzw. Steuern hinterzogen" zu haben."Jetzt soll die Staatsanwaltschaft ermitteln", heißt es in dem Text, der dem MyFest vorwirft, ein staatliches Befriedungsprogramm gegen die wahre Kreuzberger Basis zu sein. Belege für die angeblichen Verstöße fehlen dabei vollständig.Silke Fischer weist schlicht darauf hin, dass sämtliche Finanzen des MyFestes vom Bezirksamt geprüft, veranschlagt und abgerechnet werden. Sie habe nichts mit der Geldverteilung, sondern nur mit der Organisation zu tun. Auch die Staatsanwaltschaft, die doch "ermitteln soll", weiß von keinerlei Nachforschungen gegen Silke Fischer.

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