Landwirtschaft

Das teuerste Gewürz der Welt wächst im Osten – jetzt soll daraus ein Geschäft werden

Safran wächst längst in Brandenburg. Nun suchen Bauern und Forscher nach Wegen, mit dem Gewürz mehr Geld zu verdienen.

4 Min
Aus den dunkelroten Narbenfäden der Blüten wird eines der wohl wertvollsten Gewürze der Welt gewonnen: Safran.

Aus den dunkelroten Narbenfäden der Blüten wird eines der wohl wertvollsten Gewürze der Welt gewonnen: Safran.

© Norman P. Krauss

Auf Anbauflächen in der Lausitz wächst bereits Safran. Aktuell werden regionale Produkte damit verfeinert. An diesem 7. September kommen Fachleute aus Landwirtschaft, Wissenschaft, Beratung und Vermarktung beim zweiten Deutschen Safran-Symposium im südbrandenburgischen Hermsdorf-Jannowitz zusammen.

Im Mittelpunkt stehen nach Angaben des Netzwerks Nachwachsende Rohstoffe Brandenburg neue Erkenntnisse zum Anbau, bessere Erträge und die Frage, wie sich mit heimischem Safran mehr Geld verdienen lässt. Auch Brandenburgs Landwirtschaftsministerin Hanka Mittelstädt hält das für möglich.

Safran wächst bereits in der Lausitz und im Oderbruch

Als Grund nennt Mittelstädt in einer Mitteilung des Ministeriums unter anderem Klimaveränderungen sowohl in Deutschland als auch in klassischen Anbaugebieten.

Die großen Safranregionen liegen bislang vor allem im Iran, in Afghanistan und im Mittelmeerraum. In Deutschland wird das Gewürz nach Angaben des Ministeriums seit 2012 wieder angebaut, unter anderem in Thüringen, Sachsen, der Pfalz und Brandenburg. In der Lausitz wird der Anbau im Projekt „Seenland-Safran“ auf den sandigen Böden der Region erprobt.

Mittelstädt sieht darin auch wirtschaftliches Potenzial für Brandenburg. Das Land biete Absatzmöglichkeiten von der Berliner Spitzengastronomie bis zu regionalen Spezialitäten wie Safraneis, Marmelade oder Ölen.

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Es braucht bis zu 200.000 Blüten für ein Kilogramm Safran

Warum Safran zu den teuersten Gewürzen der Welt zählt, zeigt schon die Ernte. Für ein Kilogramm Safran werden nach Angaben des Brandenburger Landwirtschaftsministeriums rund 150.000 bis 200.000 Blüten benötigt. Dafür braucht es ungefähr einen Hektar Anbaufläche.

Geerntet werden lediglich die roten Narben der violetten Blüten. Die Arbeit ist bislang kaum automatisiert: Während die Knollen maschinell gelegt werden können, erfolgt die Ernte weiterhin von Hand. Eine Person schafft nach Angaben des Ministeriums lediglich Blüten für rund 60 bis 80 Gramm Safran am Tag. Um innerhalb eines Tages ein Kilogramm zu ernten, wären demnach etwa 15 Pflücker nötig. Die Ernte findet innerhalb weniger Wochen im Herbst statt. Die Blüten werden möglichst vor Sonnenaufgang geerntet, damit Farbe und Aroma erhalten bleiben. Anschließend müssen die empfindlichen Safranfäden verarbeitet und getrocknet werden.

Forscher wollen die Safranernte automatisieren

Gerade die aufwendige Handarbeit entscheidet mit darüber, ob sich Safran für landwirtschaftliche Betriebe überhaupt lohnt. Im Projekt „Seenland-Safran“ wird deshalb bereits an einem automatisierten Ernteverfahren gearbeitet. Das Projekt erhielt dafür einen Innovationspreis.

Beim Symposium geht es jetzt unter anderem um Krankheiten der Safranknollen, Möglichkeiten zur Ertragssteigerung und die Vermarktung regionaler Nischenprodukte. Dabei könnte Safran auch für Böden interessant sein, auf denen andere Kulturen schwieriger anzubauen sind. Die Knollen bleiben nach Angaben des Ministeriums bis zu fünf Jahre im Boden. Pflügen oder der Einsatz von Herbiziden sei in dieser Zeit nicht notwendig. Gerade auf Flächen der Bergbaufolgelandschaft könne sich der Boden dadurch besser regenerieren.

Heimischer Safran landet bereits in regionalen Lebensmitteln

Interessant ist der Anbau dabei nicht nur für Landwirte. Beim Feldtag in Lipsa wurden im vergangenen Jahr verschiedene regionale Produkte mit Safran präsentiert, darunter auch Eis. Beim Symposium soll die Gastronomie zudem zeigen, welches Potenzial in der heimischen Produktion steckt.

Noch bleibt Safran aus Brandenburg eine Nische. Das Forschungsnetzwerk selbst beschreibt die Kultur ausdrücklich als innovative Nischenkultur. Das zweite deutsche Symposium zeigt aber: Das „rote Gold“ aus dem Osten soll sich vom Experiment zur echten regionalen Spezialität entwickeln.

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