Comeback

Das Watergate ist zurück – 16 Stunden Open Air auf dem Malzfabrik-Gelände

Silvester 2024 machte einer der berühmtesten Clubs Berlins für immer dicht. Jetzt meldet sich die Marke zurück – am Samstag mit einem Open Air in Tempelhof-Schöneberg.

3 Min
Backsteinfassade, alte Industriearchitektur, wilde Wiese davor: Das Gelände der Malzfabrik an der Bessemerstraße wird am Samstag zur Bühne fürs Watergate Open Air.

Backsteinfassade, alte Industriearchitektur, wilde Wiese davor: Das Gelände der Malzfabrik an der Bessemerstraße wird am Samstag zur Bühne fürs Watergate Open Air.

© Schoening/imago

22 Jahre lang stand das Watergate für das, was Berlin weltweit als Clubstadt berühmt gemacht hat. Direkt an der Oberbaumbrücke, mit dem Tanzboden über der Spree, kamen die Gäste aus aller Welt. Noch kurz vor dem Aus wählte das „DJ Mag“ den Club unter die 100 besten der Welt.

Silvester 2024 war Schluss. Steigende Mieten, hohe Energiekosten, ein Publikum, das wegblieb – die Betreiber verlängerten den Mietvertrag nicht und schlossen den Standort am Kreuzberger Spreeufer. Für viele wurde das Aus zum Symbol des Berliner Clubsterbens.

Verschwunden ist die Marke deshalb nicht. Sie sucht sich neue Orte. Der erste große heißt Malzfabrik und liegt in Schöneberg.

Was geplant ist

Gemeinsam mit der FOUND:Malzfabrik startet das Watergate auf dem historischen Industriegelände ein neues Veranstaltungsformat. Den Auftakt macht das Watergate Open Air.

Gefeiert wird einen Tag lang am Stück: von 14 Uhr nachmittags bis 6 Uhr früh. Open-Air-Atmosphäre und Clubsound auf einem alten Fabrikareal.

Termin und Ort

Samstag, 27. Juni 2026, 14 bis 6 Uhr

Gelände der Malzfabrik, Bessemerstraße 2–14, 12103 Berlin

Wer auflegt

Angekündigt sind internationale und Berliner DJs, darunter DJ Heartstring, Interplanetary Criminal und DJ Eivissa. Dazu legen DJ Spit, Kedi Bounce, Perra Inmunda und THC auf.

Was der Bezirk damit zu tun hat

Das Bezirksamt Tempelhof-Schöneberg hat die Kooperation von Anfang an begleitet, vor allem über die Wirtschaftsförderung. Sie brachte Club und Standort zusammen und half, die Rahmenbedingungen zu klären.

Bezirksbürgermeister Jörn Oltmann (Grüne) sieht darin ein Modell: Wenn Kulturorte, Kreativwirtschaft und Verwaltung zusammenarbeiten, ließen sich auf knappen innerstädtischen Flächen neue kulturelle Nutzungen schaffen. Das stärke nicht nur den Bezirk, sondern auch Berlins Ruf als Kulturmetropole.

Für die Malzfabrik, die sich seit Jahren als Kultur- und Kreativstandort versteht, ist der prominente Name ein Gewinn. Und für das Watergate ist es der Beweis, dass eine Club-Institution auch ohne festes Haus weiterleben kann.

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