Das Weltall ist zu weit und der Rest ist schon verteilt." Das ist ein Satz, der ein so genanntes geflügeltes Wort werden möchte. Er fällt im Titelstück des neuen, mittlerweile siebten Albums der Hamburger Band Die Sterne. "Das Weltall ist zu weit" heißt das Album und spielt so ein bisschen angestrengt mit dem Bandnamen. Es ist nicht der einzige Satz, der ein geflügeltes Wort sein möchte. "Hau drauf und hau ab" heißt es etwa oder "Wir sind die Quelle, der Anfang der Welle." Oder auch "Unsere Stimmen sind prächtig und wir so verstimmt."Das alles klingt schön aufrührerisch, allerdings erfährt man nicht, warum. Man hört ein paar Statements, denen zu entnehmen ist, dass das lyrische Ich nicht so gut drauf ist. Nicht, dass man eine konkrete politische Aussage von Popmusik verlangen möchte, nur klingt es bei den Sternen heute recht billig. Sie haben mit "Das Weltall ist zu weit" eine konventionelle Rockplatte aufgenommen, mit weitgehend leeren Texten, die keine Stimmung mehr transportieren und deren Refrains durch Wiederholung nicht besser werden. Nur selten erlaubt die Musik einen Nachhall von dem zu vernehmen, was die Band einst zu leisten vermochte.Dabei besaßen Die Sterne am Anfang ihrer Karriere, besonders auf ihrem '94er Album "In Echt", einen Groove, der im deutschen Pop einmalig war; und Sänger Frank Spilker schnodderte Worte wie: "Zum Totschlagen zu schön / die ganze Zeit / die uns links liegen lässt / und nicht sie sondern wir vergehen / zu mausgrauen Mündern / und schlaffen Sehnen / die sich sehnen / nach heißem Sand / nach grellem Licht / nach Sex / und Luft / das muss es geben / doch dein Körper fühlt sich an wie Massenarbeitslosigkeit / und immer gleich." In den folgenden Jahren verloren sie dann aber nicht nur den Groove, sondern damit auch jedes störende Element in Musik und Text. Das, was Die Sterne auf "Das Weltall ist zu weit" darreichen, entspricht dann eher der Widerständigkeit einer Andrea Nahles - alles ist bekannt, wird dennoch laut vorgetragen und damit für wichtig ausgegeben. Auf einem Stück wird die Band von Thees Uhlmann, Fettes Brot, Guz, Judith Holofernes und anderen unterstützt; der Text, den sie ihre Gäste, nun ja, singen lässt, lautet: "Die wollen uns hier nicht haben / Das wollen sie uns nur nicht sagen / Jetzt nerven wir damit, dass wir hier sind / Wir rühren uns nicht vom Fleck" - und er sollte, so Die Sterne, bei einer Sitzdemo gesungen werden. Sitzdemo passt.Die Sterne: Das Weltall ist zu weit (V2)------------------------------Foto: Aufrührerisch veranlagt: Die Sterne.
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