KAULSDORF. Der Bezirksbürgermeister von Marzahn-Hellersdorf macht heute einen Abstecher in den Nachbarbezirk Treptow-Köpenick. Uwe Klett (Linkspartei.PDS) besucht das Freibad Wendenschloss. Nicht um zu baden, der Bezirkschef will sich dort umsehen. Denn Badpächter Ralph Grams will auch das seit 2002 geschlossene Freibad Wernersee an der Ridbacher Straße übernehmen.Eigentlich sollte das Wernerbad schon in diesem Jahr wieder geöffnet sein. Doch statt fröhlicher Kinder schwimmen zahllose Goldfische im maroden Becken, wuchern Birkenschösslinge im Wasser. Von dem früheren Investoren-Duo ist nur der Dachdecker und Rettungsschwimmer Dirk Nusse geblieben. Er hat sich nach Differenzen von seinem Geschäftspartner getrennt und einen erfahrenen Badbetreiber gesucht: Ralph Grams. "Nächstes Jahr wollen wir die Anlage auf jeden Fall öffnen", sagt Nusse.Ein Konzept dafür haben die beiden bei den Berliner Bäderbetrieben (BBB) eingereicht. "Wir würden es sehr begrüßen, wenn ein Vertrag zu Stande käme", sagt BBB-Chef Klaus Lipinsky. Voraussetzung sei jedoch, dass die Investoren auch ein solides Finanzierungskonzept vorlegen. Das fehle noch.Nusse und Grams wollen das Wernerbad nach dem Beispiel von Wendenschloss entwickeln. Dort hat Grams zunächst die Gastronomie aufgebaut und Events gestartet. "Wir wollen auch erst die Gaststätte umbauen, einen Biergarten und Sportmöglichkeiten schaffen", sagt Nusse. Voraussichtlich 2008 käme dann die Bad-Rekonstruktion dran. Dafür veranschlagen Grams und Nusse etwa 400 000 Euro von den insgesamt 550 000 Euro Investitionskosten. Sie wollen das Geld durch Kredite oder Fördermittel beschaffen. Nusse hofft auch auf den Bezirk. Er verweist auf Treptow-Köpenick, wo das Freibad Müggelsee gegen eine symbolische Gebühr von den Bäderbetrieben gepachtet wurde, Betreiber ist der Bezirkssportbund.Mit einem ähnlichen Modell könnte sich auch Klett anfreunden. Vertreter der Sport-Arbeitsgemeinschaft bringt er deshalb heute zum Gespräch mit den potenziellen Investoren mit. Geld aber kann er nicht geben. "Wir prüfen alle Möglichkeiten, wie wir helfen können", verspricht Klett. Und regt an, um Sponsoren zu werben. Schließlich kamen Ende der 1990er-Jahre auch 400 000 Mark Spenden für einen neuen Turm der Kaulsdorfer Kirche zusammen. Das Wernerbad sei wichtig für den Bezirk. Tausende baden mangels Möglichkeiten und trotz Verbots im Wasserschutzgebiet Kaulsdorfer Seen.------------------------------"Ich möchte, dass das Wernerbad Zukunft hat." Dirk Nusse, potenzieller Betreiber------------------------------Foto: Verwaist steht die Nilpferdplastik im seit 2002 geschlossenen Wernerbad.
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