Das Zentrum wird für Millionen instand gesetzt

Werders Inselstadt blüht auf

BLZ
2 Min

Tausende kommen alljährlich im Frühling zur berühmten Baumblüte in Werder. Doch das 12 000 Einwohner große Städtchen an der Havel hat inzwischen mehr zu bieten als farbenfrohe Obstbäume. In Werder gelangt ­ mit einigem Aufwand ­ allmählich auch das Stadtbild zur Blüte.Das historische Zentrum des ehemaligen Fischerortes, der schon im 14 Jahrhundert in Urkunden erwähnt wurde, ist die Inselstadt. Schon 1987 wurde sie komplett unter Denkmalschutz gestellt, denn ihr Grundriß stammt aus dem 16. Jahrhundert. 1992 wurde die Inselstadt zum Sanierungsgebiet erklärt. Seither sind hier für rund 20 Millionen Mark Straßenzüge instand gesetzt und Häuser vor dem Verfall gerettet worden. Im vergangenen August bereits konnte das Wahrzeichen der Inselstadt, der Turm der Heilig-Geist-Kirche eingeweiht werden. Die Kirchengemeinde hat sich dafür hoch verschuldet, doch die Alternative zur mehr als zwei Millionen Mark teuren Sanierung wäre der Verfall gewesen; der Turm, der wie die ganze Kirche im letzten Jahrhundert erbaut wurde, war innen morsch. Nun bietet die restaurierte Kirche zusammen mit dem Alten Rathaus von 1494 wieder ein historisches Ensemble. Gestalt nehmen auch die Pläne für den Marktplatz an. 70 Wohnungen und Kleingewerbe könnten auf einem angrenzenden Grundstück entstehen. Der Entwurf des Berliner Architekten Ferdinand Heide hält sich dabei an die Gestaltungssatzung, die die Neubauten in Übereinstimmung mit den historischen Altbauten bringen und die Hofstruktur erhalten soll. Allerdings liegt noch keine endgültige Lösung für Parkplätze vor, die in der Inselstadt Mangelware sind. Ein Parkhaus würde die kleinteilige Häuserstruktur sprengen, unterirdische Stellplätze sind der Stadt zu teuer. Kurz vor seiner Eröffnung in neuem Glanz steht derweil ein weiteres Kleinod, das Hotel "Metropol". Zu DDR-Zeiten "Penne" genannt, blickt es auf eine wechselvolle Geschichte zurück. Im Frühjahr sollen in dem im Jahr 1700 entstandenen Gebäude erste Gäste unterkommen, nachdem die Vorgänger des jetzigen Besitzers mit ihren Konzepten gescheitert waren. Hoffnung besteht jedoch, daß die Bemühungen um die historische Substanz sich auszahlen und Werder als Erholungsziel Zukunft hat. Als Wohngegend erfreut es sich jedenfalls großer Beliebtheit. Um 2 000 Einwohner ist der Ort seit der Wende gewachsen, immer noch werden Wohnungen gebaut. Bis zum Jahr 2010 sollen in dem schmucken Städtchen 18 000 Menschen leben. (gus.)

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