War Mario S. nicht im Dienst, hatte er oftmals seinen blauen Jeansbeutel dabei. Niemand ahnte, was der Feldwebel der Nationalen Volksarmee (NVA) in seiner Freizeit mit sich trug: Zeltleinen, die zum Fesseln geeignet waren. Mullbinden und Leuko-Plast, gedacht, um seine Opfer zu knebeln. Ein Notizbuch, in das er mit einem Kugelschreiber fein säuberlich die Namen der Kinder eintrug, die er ausgewählt hatte. Und dann war da noch der Fotoapparat – eine Kleinbild-Spiegelreflexkamera vom Typ Praktica elektronik B 200, mit der Mario S. die Jungen fotografierte. So geht es aus Dokumenten des Stasi-Unterlagenarchivs hervor.
Crime
Er tötete kleine Jungs: Wie ein Feldwebel der NVA zum Serienmörder wurde
Vor 40 Jahren begann Mario S. in der DDR seine Mordserie. Er brachte vier Kinder und einen jungen Mann um – dann wurde der Berufssoldat durch Zufall gefasst.
14 Min
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Mario S. ist ein Einzelgänger, der keine Freunde hat und sich nichts aus Frauen macht.
© Roshanak Amini und Uroš Pajović für Berliner Zeitung am Wochenende
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