Die Theater- und Filmschauspielerin Angelica Domröse ist laut Medienberichten tot. Das hat die Defa-Stiftung dem rbb am Freitag bestätigt. Die Berlinerin starb wenige Wochen nach ihrem 85. Geburtstag. Zuerst hatte die Super Illu berichtet.
Bekannt wurde Domröse 1973 durch Heiner Carows Film „Die Legende von Paul und Paula“. An der Seite von Winfried Glatzeder spielte sie eine alleinstehende junge Mutter von zwei Kindern, die mit ihrer Liebe zu einem verheirateten Staatsdiener gegen gesellschaftliche Normen aufbegehrt. Kritiker lobten an dem Film, dass die realistische Schilderung des DDR-Alltags um eine poetische Dimension erweitert werde.
Erfolg auf der Bühne und im Fernsehen
Domröse spielte auch am Berliner Ensemble – Helene Weigel höchstselbst schickte ihr ein Telegramm mit der Aufforderung vorzusprechen – und an der Berliner Volksbühne. Bekannt war sie aber vor allem durch ihre Film- und Fernseharbeit. Allein dreimal wurde sie in den 1970er Jahren als DDR-Fernsehkünstlerin des Jahres ausgezeichnet. Bis zu ihrer Ausreise in den Westen im Jahr 1980 spielte sie in mehr als 50 Filmen mit.
Auch im Westen erfolgreich
Danach trat Domröse am Westberliner Schiller-Theater und später an anderen Bühnen auf. Sie gehört zu den wenigen DDR-Schauspielern, die auch nach ihrer Übersiedlung in den Westen erfolgreich blieben. Im Fernsehen spielte sie vier Jahre lang die Kommissarin Vera Bilewski im „Polizeiruf 110“. In den 1990er Jahren entdeckte sie auch die Regie für sich und inszenierte Theaterstücke. 2008 kamen das einstige Defa-Traumpaar Domröse und Glatzeder in einem Stück am Potsdamer Hans-Otto-Theater noch einmal zusammen.
In ihren 2003 veröffentlichten Erinnerungen sprach Domröse offen über ihre jahrelange Alkoholsucht, die sie schließlich überwinden konnte. Zuletzt war sie 2012 in der Seniorenkomödie „Bis zum Horizont, dann links!“ zu sehen. Danach wurde es still um die Schauspielerin, die 2016 ihren Ehemann Thate verlor.
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