Das Filmmuseum Potsdam hat Teile des Nachlasses der Schauspielerin Renate Krößner übernommen. Dazu gehören Plateau-Schuhe, eine Lederjacke, Drehbücher, Produktionsunterlagen, Fotos, persönliche Dokumente und Filmplakate. Bei der Übergabe war Krößners Witwer anwesend, der Schauspieler Bernd Stegemann. Er beschrieb seine Frau als den „besondersten und schönsten Menschen“, den er je kennengelernt habe. Er sei 50 Jahre mit ihr zusammen gewesen.
Nach Angaben des Museums war Krößner dort oft zu Gast. Für den neuen Sammlungsleiter Oliver Hanley hat die Übernahme besondere Bedeutung, vor allem im Jahr des 80. Gründungsjubiläums der DEFA.
„Solo Sunny“-Kostüme in DEFA-Ausstellung
Zwei Stücke aus dem Nachlass sind bereits in der Sonderausstellung „Ohne Frühstück. Ohne Diskussion. 80 Jahre DEFA-Filme“ zu sehen, die noch bis Mai 2027 läuft: ein Kimono und ein hellblau gestreiftes Hemd aus Konrad Wolfs Film „Solo Sunny“ (1980). Der Ausstellungstitel spielt auf einen Satz der Titelfigur an, mit dem sie ihre Liebhaber vor die Tür setzt.
In dem Film spielte Krößner die Jazz-Sängerin Ingrid „Sunny“ Sommer, die an einer von Männern dominierten Gesellschaft scheitert. Dafür erhielt sie 1980 bei der Berlinale den Silbernen Bären als beste Darstellerin. Weil der Film der DDR-Kulturbürokratie missfiel, bekam Krößner danach lange keine Rollen. Sie stellte 1983 einen Ausreiseantrag und ging 1985 mit ihrem Sohn und Stegemann nach West-Berlin.
Die Plateauschuhe aus dem Film „Solo Sunny“, die die Schauspielerin Renate Krößner getragen hat, kommen ins Filmmuseum Potsdam.
© Jens Kalaene/dpa
Renate Krößners Karriere nach der DDR
Im Westen spielte sie unter anderem in Basel, am Münchner Residenztheater und an der Berliner Schaubühne. Im Fernsehen war sie im „Tatort“, in „Liebling Kreuzberg“, in „Stubbe – Von Fall zu Fall“ und in „Einmal Bulle, immer Bulle“ zu sehen. Im Kino spielte sie unter anderem in „Helden wie wir“ und „Alles auf Zucker“.
DDR-Museum Dabel: Zeitreise durch die Alltagskultur der DDR
Leni Riefenstahl: In 700 Kisten von Hitlers Lieblingsfilmerin lauert Toxisches
Krößner wurde 1945 in Osterode im Harz geboren. Nach der Staatlichen Schauspielschule Berlin spielte sie in Parchim, Stendal, Senftenberg und Brandenburg an der Havel. Sie starb vor sechs Jahren im Alter von 75 Jahren in Blankenfelde (Brandenburg).
Ihre Meinung ist uns wichtig. Senden Sie uns Ihr Feedback zu diesem Artikel an: [email protected]