Seit einer Woche sind die Notdienste der Gasag im Bezirk im Dauereinsatz. In mehr als 200 Wohnungen in Pankow, Niederschönhausen und Rosenthal bemerkten die Mieter einen intensiven Gasgeruch und alarmierten die Gasag. Grund für den häufigen Gas-Alarm ist nach Angaben von Gasag-Sprecher Klaus Haschker ein neuer Duftstoff. Seit Dienstag vergangener Woche wird das Erdgas in Pankow mit einem neuen umweltfreundlicheren sogenannten Odoriermittel versetzt. Dieser stark faulig riechende Stoff sticht sofort in die Nase, falls undichte Stellen an Gasleitungen auftreten. Selbst kleinste Mengen austretenden Gases könnten dadurch sofort wahrgenommen werden. Weder das Erdgas noch der beigefügte Duftstoff sind giftig. Aus Sicherheitsgründen wechselt die Gasag den Zusatz von Zeit zu Zeit, weil Mieter sich an den teils seit Anfang der 80er Jahre eingesetzten Duftstoff schon zu sehr gewöhnt haben könnten. In vielen Häusern, beispielsweise in der Flora-, Mühlen- oder Kavalierstraße, stellten die alarmierten Monteure defekte Gasleitungen fest, in manchen Wohnungen schlossen sie auf der Stelle den Gashahn und dichteten durchlässige Muffen und Rohre ab. Der Gaszähler wurde mit einer signalroten Plombe gesperrt. Laut Haschker ist jedoch in keinem beanstandeten Haus eine gefährliche Gaskonzentration entstanden. Den betroffenen Mietern teilten die Gasag-Techniker mit, sie müßten sich an ihren Vermieter wenden in den meisten Fällen ist dies die Gesobau. In 200 Häusern mußte die Wohnungsbaugesellschaft den Mietern elektrische Herdplatten oder, bei Familien mit Kleinkindern, auch elektrische Heizkörper als Ersatz für die Gasgeräte zur Verfügung stellen. Bis jetzt ließen sich die undichten Stellen noch reparieren, sagt Gesobau-Sprecherin Elke Spohn. Es bestehe keine Gefahr für die Mieter. Sie moniert, daß die Gasag das Wohnungsunternehmen nicht informiert habe. "Das wird auch Geld kosten, darüber müssen wir uns mit der Gasag noch unterhalten", sagte sie. Der Gaslieferant hat inzwischen die Menge des zugesetzten Duftstoffes verringert, die Zahl der Beschwerden habe bereits wieder abgenommen, sagte Klaus Haschker.Die Gasag wird den neuen Duftstoff Ende des Monats auch in Reinickendorf einsetzen und dann nach und nach im ganzen Stadtgebiet.
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