WILMERSDORF. Man kennt das: Kaum hat man das Haus verlassen, melden sich Zweifel. Läuft die Heizung noch voll, ist das Licht auch im Kinderzimmer ausgeschaltet, die Kaffeemaschine wirklich aus? Abhilfe kann moderne Technik schaffen. Wie, das zeigt das Wohnungsunternehmen Degewo in einer Musterwohnung. Im Wohnkomplex an der Schlangenbader Straße wurde eine Zwei-Zimmerwohnung energiesparend ausgerüstet - ohne größere Umbauten installierbar und mit leicht zu bedienender Technik. Die Idee stammt von Studenten der Technischen Fachhochschule (TFH) Wildau.TFH-Professorin Birgit Wilkens hat mit den Studenten unnötigen Energieverbrauch in Wohnungen gemessen. "Nicht von Geräten im Stand-by-Modus, sondern von anderen, deren Stecker nach Abschalten in der Steckdose blieb." Die Ergebnisse hätten sie verblüfft, sagt Wilkes: Allein ihr (ausgeschaltetes!) Laufband hätte immer noch hundert Watt verbraucht - in ihrer Wohnung seien sie auf Einsparmöglichkeiten für 322 Euro pro Jahr gekommen, in den kleineren Studentenwohnungen zwischen 70 und 120 Euro.Stufenweise installierbarGemeinsam mit der deutschen Telematikgesellschaft, die sich darum bemüht, Technik und Anwender zusammenzubringen, wurden Lösungen zum energiesparenden Wohnen gesucht. Und zwar solche, die auf dem Markt erhältlich sind, und nicht wie das T-Com-Haus in Mitte erst eine Vision, sagt Wilkens. So werden zwei Systeme der Firmen Siemens und Improjal vorgestellt. Da kann beispielsweise die Heizung übers Handy geregelt werden, mittels einer Strom- und Lichtsteuerung können alle nicht genutzten Stromquellen per Knopfdruck abgeschaltet werden oder sogar mit Schlüsselkarte wie im Hotel aktiviert und deaktiviert werden.Die Energiesparsysteme haben ihren Preis - zwischen 1 000 und 2 200 Euro kostet die komplexe Ausrüstung einer 80 Quadratmeter großen Wohnung. Es könne aber auch stufenweise installiert werden, sagt Michael Sandrock, Vorsitzender der deutschen Telematikgesellschaft Telematics Pro e.V. "Man kann mit einem Zimmer beginnen, oder nur mit der Heizung oder erst mit den Steckdosen." Bis zu 25 Prozent Energie lassen sich laut THF-Berechnungen im Jahr einsparen, nach spätestens sieben Jahren hat sich die Anschaffung amortisiert. Die kann übrigens teilweise steuerlich abgeschrieben werden (hauswirtschaftsnahe Dienstleistungen).Degewo-Vorstand Frank Bielka weist darauf hin, dass das Wohnungsunternehmen durch die Nutzung von Solarenergie, Wärmedämmung an Gebäuden und die Optimierung von Heizungsanlagen bereits seit 1990 konsequent Energie einspart. Mit der bundesweit einmaligen Musterwohnung wolle die Degewo nun ihren Mietern Möglichkeiten zeigen, wie sie selbst ihren Energieverbrauch minimieren können.Musterwohnung: Schlangenbader Straße 28 c, 6. OG. 9. Februar bis Ende Juli Fr-So 10-19 Uhr. Studenten der THF Wildau beraten die Besucher.------------------------------Foto: Die "Schlange" hat 1 900 Wohnungen, eine wurde Energiespar-Muster.
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