PRENZLAUER BERG. Vor dem Café "An einem Sonntag im August" an der Kastanienallee wird am Sonntag demonstriert. Geplant ist ein Aktionstag, der um 10 Uhr mit Musik und Reden beginnt und um 22 Uhr enden soll. Der Protest des Aktionsbündnisses "Nie wieder Sonntag" richtet sich gegen die Betreiber des Lokals, denen die Initiatoren vorwerfen, rassistisch zu sein.In einer Dienstanweisung hatte die Geschäftsleitung des Cafés die Mitarbeiter aufgefordert, Hausverbote gegen schwarzhäutige Drogendealer durchzusetzen, die im Café Kunden suchen. Der Zettel hatte im April für wenige Tage ausgehangen und im Kiez für einen Sturm der Entrüstung gesorgt. Der Vorfall wurde erst Wochen später bekannt. Die Betreiber des Cafés rechtfertigten sich. Das Schreiben sei unglücklich formuliert gewesen, gaben sie zu.Seit drei Wochen ruft das linke Bündnis im Internet zur Demo gegen das Café auf. Die Betreiber bemühen sich um Schadensbegrenzung. Am Sonntag um 18 Uhr stellen sie ihr Lokal für eine Podiumsdiskussion unter dem Titel "Politisch korrekt? Rassismus und Alltag" zur Verfügung. Auf dem Podium sitzen der Grünen-Politiker Cem Özdemir und Anetta Kahane von der Antonio-Amadeu-Stiftung.Bislang scheiterten alle Bemühungen der Betreiberin Claudia Humeniuk, sich mit dem Aktionsbündnis an einen Tisch zu setzen. Sie sagte am Freitag, dass sie versucht habe, mit den Vertretern des Aktionsbündnisses Kontakt aufzunehmen. Die allerdings verweigerten ihr das Gespräch. "Ich bedaure, dass sie nicht mit mir reden", sagt Claudia Humeniuk. Seit Zeitungen und Fernsehsender über die Dienstanweisung berichten, müssten ihre Mitarbeiter immer wieder Fragen von Gästen zu dem Thema beantworten. "Es herrscht bei uns auch Angst", sagt sie. "Vor kurzem kam es zu einem Übergriff von Punks, die Tische und Stühle umgeschmissen haben."
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