MÜNCHEN. Shergo Biran kam zu spät. Sein Treffer in der 79. Minute konnte den Spielverlauf nicht mehr auf den Kopf stellen, die Wende nicht mehr herbeiführen in der ersten Partie des 1. FC Union Berlin in der dritten Liga. Am Ende unterlagen die Köpenicker bei der zweiten Mannschaft des FC Bayern München am Sonntag 1:2 (0:0) - immerhin nicht torlos, dank Biran. Für die Gastgeber hatte Thomas Müller per Kopfball getroffen (49.). Mehmet Ekici sorgte mit einer sehenswerten Einzelaktion in der 77. Minute für die Vorentscheidung.Die Niederlage kam nicht unverdient für die Berliner. Union war über weite Strecken die schwächere zweier ordentlich spielender Mannschaften. Die Berliner verstanden es viel zu selten, die Münchner unter Druck zu setzen - vor allem im Spiel nach vorne hatte das Team von Trainer Uwe Neuhaus Schwächen.Anders die Münchner. Unter den Augen von Bayern-Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge und 1 500 Zuschauern waren sie meist Herr der Lage. Vor allem mit technisch hochwertigem Spiel wusste der Nachwuchs des deutschen Meisters zu überzeugen. Dazu trug vor allem Ekici bei, der nicht nur durch seinen Treffer auf sich aufmerksam machte. Auch Außenverteidiger Timo Heinze setzte sich gekonnt in Szene. Beim 1. FC Union fiel es dagegen schwer, einen herausragenden Akteur zu benennen. Allenfalls Marco Gebhardt wusste zu gefallen.Paderborn führt die Tabelle anAuch andere Favoriten erlebten am ersten Spieltag ihr blaues Wunder, einzig der SC Paderborn hielt dem Druck stand. Während die Ostwestfalen dank eines 4:1 (2:1) im Topspiel bei Fortuna Düsseldorf als erster Tabellenführer eingingen, scheiterten Erzgebirge Aue, Carl Zeiss Jena und Kickers Offenbach.Ärgster Verfolger der Paderborner könnte die SpVgg Unterhaching nach dem 3:0 (0:0) gegen das zweite Team von Werder Bremen werden. Trainer Ralph Hasenhüttl lobte den Riesenaufwand seines Teams, warnte jedoch: "Eine gestiegene Erwartungshaltung ist nur dann förderlich, wenn sie realistisch ist." Hasenhüttl erinnerte an einen Spruch seines Dortmunder Kollegen Jürgen Klopp: "Wer nach dem ersten Spiel in Euphorie verfällt, der sollte die Drogen schnell absetzen."In Aue herrschte nach dem 0:2 (0:1) gegen Braunschweig Ernüchterung. "Wir haben uns große Steigerungsraten für die kommenden Partien offen gehalten", sagte Trainer Rico Schmitt mit beißendem Unterton. Dagegen war Eintracht-Coach Torsten Lieberknecht voll des Lobes: "Meine Mannschaft hat extreme Lauf- und Kampfbereitschaft an den Tag gelegt." Bei Jena löste das 2:2 (1:0) bei Jahn Regensburg zwiespältige Gefühle aus. Auf der einen Seite fühle sich das Unentschieden auf Grund der 2:0-Führung wie eine Niederlage an, auf der anderen Seite könne man auch zufrieden sein, weil man lange Zeit in Unterzahl agiert hatte, sagte Trainer Henning Bürger. Bei Jena mussten in Herve Bochut (43./Gelb-Rot) und Andre Schmidt (86./Rot) zwei Profis vom Platz. (BLZ)------------------------------Foto: Abgedrängt: Sebastian Bönig (unten) im Duell mit Bayern-Spielern.
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